db24-Tippexperte Greilich: "Ich würde mir bei 1860 mehr einfachen Fußball wünschen"
- VON OLIVER GRISS UND GETTY IMAGES (FOTO)
- 07.02.2026 08:22
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Unvergessen: Holger Greilich im Löwen-Trikot.
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Insgesamt absolvierte Greilich 114 Bundesliga-Spiele für den TSV 1860 München – in einer Zeit, die heute so weit entfernt wirkt wie das Oktoberfest in Dubai. Der Abwehrspieler erlebte bei den Löwen die beste Phase der vergangenen 50 Jahre: Derby-Triumphe, Europapokal-Nächte und eine regelrechte Hysterie rund um Münchens große Liebe. Greilich stand selbst kurz vor der Nationalmannschaft, ehe ihn eine schwere Knieverletzung ausbremste.
Natürlich sehnt sich der in Ottobrunn lebende Ex-Profi wieder nach erfolgreichen Löwen. „Ich würde mir bei 1860 mehr einfachen Fußball wünschen. Vieles ist auf Zufall aufgebaut – das muss sich ändern, wenn man nochmal angreifen will“, sagt Greilich. „Die Liga ist nach wie vor sehr ausgeglichen. Es gibt keine Übermannschaften, auch wenn Verl oder Essen versuchen, es fußballerisch zu lösen.“
Vorne sieht Greilich genügend Qualität: Patrick Hobsch, Kevin Volland, Niederlechner und Sigurd Haugen – „das ist nicht das schlechteste Material. Aber man muss es auch richtig einsetzen. Das Einfache ist manchmal das Beste. Nach vorne muss bei 1860 einfach die Post abgehen. Das kann doch nicht so schwer sein…“
Für das Gastspiel bei VfB Stuttgart II (heute, 16.30 Uhr, db24-Ticker) rechnet Greilich mit einem 2:1-Auswärtserfolg.

Im Stadion war der 54-Jährige zuletzt selten. „Wenn es wärmer wird, komme ich auch mal wieder“, sagt Greilich und lacht: „In meinem Alter ist das mit den Knochen nicht mehr so einfach.“ Leichter würde ihm ein Besuch definitiv fallen, wenn der TSV 1860 wieder Licht am Horizont zeigen würde. „Irgendwie ist das alles traurig – und auch demoralisierend, wenn der Klub im Keller spielt. Und für mich ist die Dritte Liga nichts anderes. Ein Verein wie 1860 sollte es schaffen, wenigstens in die Zweite Liga aufzusteigen. Wovon reden wir? Was dann möglich wäre, muss ich keinem erklären.“

Die wieder aufkommenden Stadion-Diskussionen kann Greilich nicht nachvollziehen. „Ich finde das komplett am Thema vorbei“, sagt er. „1860 muss erst einmal sportlich den Weg ebnen. Was hilft dir das tollste Stadion, wenn du in der Dritten Liga rumgurkst? Für diese Liga ist das Grünwalder Stadion aus meiner Sicht völlig ausreichend.“
Ismaik? Ich habe das Gefühl, dass man ihm nie die nötige Dankbarkeit gezeigt hat. Jetzt ist es leider zu spät.
Besonders schmerzt Greilich der Umgang mit Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik, der in den vergangenen Jahren zermürbt wurde und inzwischen wild entschlossen ist, seine Anteile abzugeben. „Solchen Menschen musst du normalerweise den roten Teppich ausrollen – 1860 hat genau das Gegenteil gemacht. Ohne Geld kannst du im modernen Fußball nichts verändern. Ismaik hat den Verein über Jahre über Wasser gehalten. Ich habe das Gefühl, dass man ihm nie die nötige Dankbarkeit gezeigt hat. Jetzt ist es leider zu spät. Schade, dass man diese Begleitumstände mit all ihren abstoßenden Facetten einfach akzeptiert hat.“






