Der Fußball boomt - und was macht Sechzig?
- VON OLIVER GRISS
- 06.02.2026 09:16
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VON OLIVER GRISS
Oder Schauplatz Köln: Die U19 des 1. FC Köln spielte unter der Woche in der Youth League gegen Inter Mailand – und verlor mit 1:3. Das ist an sich nichts Besonderes. Erwähnenswert ist aber das Zuschauerinteresse: 50.000 (!) Fans verfolgten die Partie im ausverkauften RheinEnergieStadion.
Das nächste Beispiel: Der 1. FC Kaiserslautern, vor nicht allzu langer Zeit noch Wegbegleiter der Löwen in der Dritten Liga und damals nahe am Abgrund, kommt aktuell auf einen Zuschauerschnitt von 47.128 Fans pro Partie – der Betzenberg ist damit zu 95 Prozent ausgelastet. Was ein bisschen Erfolg so alles mit sich bringt…
Oder der Standort Hamburg: Weil der HSV seit der Bundesliga-Rückkehr in jedem Spiel mit 56.900 Fans ausverkauft ist, planén die Hanseaten das Volksparkstadion auf 60.000 Plätze auszubauen. Eine Machbarkeitsstudie ist bereits in Auftrag gegeben. Konkurrent St. Pauli will auch weiter wachsen. Deswegen erklärte Präsident Oke Göttlich: “Ziel ist ein Millerntor für 40.000 bis 50.000.” St. Pauli war vor einigen Jahren noch das Vorbild des TSV.
Der deutsche Profifußball boomt ohne Ende – und die Löwen? Müssen aufpassen, dass sie nicht ins Niemandsland abdriften. Allesfahrer Roman Wöll sagte im vergangenen Sommer im Trainingslager in Österreich: „Wenn wir in dieser Saison nicht aufsteigen, dann schaffen wir es nie mehr.“
1860 braucht Siege, Siege – und nochmals Siege. Nicht nur, um es sich selbst zu beweisen, sondern auch, um das Interesse bei Fans, Sponsoren und Investoren zu wecken. Genau deshalb ist es wichtig, das große Ganze zu sehen – und nicht einem unrealistischen Giesinger Stadiontraum mit 25.000 Plätzen und kaum Expansionsmöglichkeiten hinterherzulaufen.
Zur Erinnerung: München hat 1,7 Millionen Einwohner – und die bayerische Landeshauptstadt gehört beim Einkommen, bei der Wirtschaftskraft und bei der Attraktivität zu den beliebtesten Städten Deutschlands.
1860-Präsident Gernot Mang ist im vergangenen Sommer mit seiner Mannschaft angetreten, um die Löwen besser zu machen. Jetzt muss er liefern und beweisen, dass er es besser kann als sein Vorgänger. Weitere acht (und sinnlose) Jahre dürfen nicht verloren gehen - so viel steht fest.
Der Profi-Fußball ist keine Romantik, sondern knallhartes Geschäft. Wer nicht mitzieht, bleibt auf der Strecke - wollen wir das wirklich?






