Ein Stück Carbon ist die Löwen-Hoffnung
- VON OLIVER GRISS
- 27.01.2026 10:47
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VON OLIVER GRISS
Und genau das müssen die Löwen in ihre Personalplanung für die restliche Rückrunde einspeisen: Gegen Aachen am kommenden Samstag rechnet Trainer Markus Kauczinski – das hat er bereits gesagt – nicht mit einer Entspannung der Verletztenliste. Heißt: Es bleibt alles beim Alten.
Das ist ein gefährlicher Weg, wenn man an der Grünwalder Straße 114 noch von den Aufstiegsrängen träumt. Natürlich: Der restliche Kader, der von Ex-Geschäftsführer Dr. Christian Werner mit Augenmaß zusammengestellt wurde, hat in den ersten beiden Auftaktspielen gegen Essen und Osnabrück beeindruckt – vor allem in Sachen Charakter, Mentalität und Überzeugung. Genau das hatte man in den letzten Jahren oft vermisst.
Zur Wahrheit gehört aber auch: In der Offensive ist mehr oder weniger tote Hose. Man will gar nicht daran denken, wo 1860 zum jetzigen Zeitpunkt in der Drittliga-Tabelle stehen könnte, würde man auf die komplette Kapelle zurückgreifen können oder hätte man sich rechtzeitig in der Winterpause die Problemfelder bearbeitet. Dazu zählt nicht nur das Vakuum, das Haugen hinterlässt, sondern auch das zentrale Mittelfeld: Tunay Deniz ist nicht zu ersetzen. Der Routinier brachte dem Spiel vor seinem Kreuzbandriss nicht nur Variabilität und Spielintelligenz, sondern auch Torgefahr. Diesen Substanzverlust kann man zwar über ein oder zwei Spiele kaschieren – aber nicht über eine ganze Saison.
Nachrücker David Philipp hat zwar in Osnabrück den Ausgleichstreffer vorbereitet, doch die Erwartungen konnte er nach einer guten Wintervorbereitung in der Liga bislang nicht erfüllen. Zumindest nicht in der aktuellen Rolle. Das dürfte auch Kauczinski nicht verborgen geblieben sein.
Es ist bewundernswert, dass der Löwen-Dompteur trotz dieser angespannten Lage nicht jammert, doch am Ende wird auch er an Ergebnissen gemessen. Er holt alles raus, und die Löwen liefern im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Mit Unentschieden kommst du nicht weiter – und Kauczinski ist kein Trainer fürs Mittelmaß. Genau deswegen muss man ihn jetzt unterstützen. Noch bleibt Zeit bis zum 2. Februar, dem Ende der Transferperiode. Wer bei 1860 den Aufstieg ernsthaft im Kopf hat, sollte diese Frist nicht ungenutzt verstreichen lassen. Zumal in der neuen Saison ganz andere Kaliber in der Dritten Liga zu erwarten sind - ein kurzer Blick in die Abstiegsregion der Zweiten Liga genügt.






