Der Personal-Check: Kauczinski mit zwei "Neuzugängen" nach Osnabrück
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 20.01.2026 09:47
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Nicht zu beneiden: Markus Kauczinski.
VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Im Vergleich zum achtbaren 1:1 gegen Rot-Weiss Essen (Max Reinthaler erzielte in der 90. Minute den verdienten Ausgleichstreffer) bekommt er auf jeden Fall zwei “Neuzugänge” dazu: Zum einen ist die Gelb-rot-Sperre von Thore Jacobsen abgelaufen - und auch Torwart Thomas Dähne wird nach seiner fiebrigen Erkältung, die ihn nach dem Belek-Trainingslager, schachmatt setzte, wieder zur Verfügung stehen. Beide Profis werden selbstredend in die Startelf zurückkehren.
Dafür müssen Torwarttrainer Rene Vollath und auch Damjan Dordan weichen. Der 23-jährige Debütant zeigte an der Seite von Philipp Maier im zentralen Mittelfeld eine unaufgeregte Partie ohne Höhepunkte (db24-Note 3,5). Mehr war aber nicht zu erwarten. Was nicht zu übersehen war: Er muss robuster werden, in einigen Szenen wurde er einfach weggedrückt. Positiv: Er ist relativ passsicher.
Die Ausfallliste der Löwen bleibt weiter exorbitant hoch - gut ist aber, dass Kevin Volland und David Philipp gegen Essen ohne eine Verwarnung davon gekommen sind und damit vorerst bei jeweils vier gelben Karten bleiben. Demnach sind sowohl Volland als auch Philipp im Stadion an der Bremer Brücke einsatzberechtigt. Kauczinski hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass er die beiden Spieler nicht auf Rücksicht auf den schmalen Kader getrimmt habe, bei möglichen Zweikampfsituationen zurückzuziehen.
Die Löwen bewegen sich trotz der kleinen Kaderentspannung weiter auf dünnem Eis, denn die Ausfallliste bleibt bis auf weiteres groß. Die Übersicht:
Jesper Verlaat: Im Trainingslager in Belek hatte sich der 29-jährige Kapitän an die Wade gegriffen, er ist noch immer nicht im Trainingsbetrieb. Um nicht zu viel Substanz zu verlieren, ist der Holländer seit Tagen in der Muckibude an der Grünwalder Straße 114. Mit diesem Rückschlag hatte man bei 1860 nicht gerechnet. Ein schnelles Comeback ist nicht in Reichweite, denn bereits in der Türkei sah man vor seiner Verletzung, dass er längst noch nicht so weit ist, um wieder eine Option für die Startelf zu sein. Sein letztes Spiel machte Verlaat am 17. September 2025 beim 1:2 in Rostock - seitdem ist er verletzt.
Tunay Deniz: Der Mittelfeld-Techniker, dessen Ideenreichtum vermisst wird, zog sich beim 3:0-Sieg am 1. November 2025 über Herbstmeister Cottbus einen Kreuzbandriss im Knie zu. Normalerweise sagt man, sechs Monate Ausfallzeit sollte man einkalkulieren. Deniz ist bei seiner Reha voll im Plan. Er will in dieser Saison auf jeden Fall nochmal auf dem Platz stehen.
Wer steigt als Meister in die Zweite Liga auf?
Max Christiansen: Er hat eine Hüftoperation hinter sich. In der Vorbereitung fiel er bei einem Testkick unglücklich auf die Hüfte. Ab diesem Zeitpunkt soll der erstliga-erfahrene Mittelfeldspieler Schmerzen gehabt haben, die nicht konservativ weggegangen sind. Ein operativer Eingriff war unumgänglich. Christiansen wird noch Wochen ausfallen.
Sigurd Haugen: Er zog sich beim letzten Löwen-Sieg in Ingolstadt kurz vor der Winterpause nach einem Zusammenprall mit FCI-Keeper Kai Eisele einen Kieferbruch zu. Der Wikinger ist schon fleißig im Kraftraum, fährt Rad - aber im Januar ist nicht mehr mit ihm zu rechnen. Die zwei Spiele gegen Osnabrück und Aachen wird er auf jeden Fall noch aussetzen müssen. Vielleicht auch mehr.
Samuel Althaus: Kam unbeschadet aus dem Trainingslager und war ein Startelf-Kandidat für das Essen-Heimspiel. Wenige Tage zuvor zog sich der 20-Jährige jedoch einen Muskelfaserriss zu. Bitter für ihn. Wird die Spiele gegen Osnabrück und Aachen mutmaßlich verpassen.
Sean Dulic: Der U20-Nationalspieler verletzte sich in der Generalprobe gegen Winterthur kurz vor dem Pausenpfiff - Muskelfaserriss! Auch er wird in Osnabrück kein Thema sein. Reicht´s vielleicht schon für wieder für das Heimspiel gegen Aachen?
Manuel Pfeifer: Der Österreicher gehört zu den größten Pechvögeln der bisherigen Saison. Bekommt keine Kontinuität in seine Leistungen, weil immer wieder verletzt. In Belek zog er sich beim Torschuß einen Muskelfaserriss zu.
Florian Niederlechner: Mit großen Träumen und Ambitionen zu 1860 gekommen, war 2025 ein Jahr zum Vergessen für den 35-jährigen Stürmer. Nachdem er im Saisonfinale gegen Verl (0:2) noch dabei war, meldete er sich zum Aufgalopp 2026 ab und flog nicht mit in die Türkei. Muskelfaserriss im Hüftbeuger! Nach einem einmaligen Versuch auf dem Platz, ist der frühere Bundesliga-Star nicht mehr auf dem Trainingsplatz gesichtet worden. Sein Comeback könnte sich weiter hinziehen, im Januar ist zumindest nicht mehr mit zihm zu rechnen.
Morris Schröter: Er kam nach seinem Sehnenriss zwar gesund aus der Türkei zurück (inklusive Kurz-Einsatz gegen Winterthur), doch vor der Kadernominierung gegen Essen sagte der zweitliga-erfahrene Profi Trainer Kauczinski ab: “Morris fühlt sich noch nicht bereit.” Auch am Sonntag fehlte der 30-jährige Schröter auf dem Trainingsplatz. Neuer Rückschlag?
Reinthalers Devise: “Wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir haben trotzdem eine brutale Qualität im Kader. Es ging gegen Essen auch darum, uns den Glauben zu geben, dass wir trotz der Verletzten eine gute Mannschaft auf dem Platz haben und wir uns da nicht verstecken müssen.”






