OB Reiter über Grünwalder-Pläne: "Die Sechzger brauchen einen großen Sponsor - wir reden von einem dreistelligen Millionenbetrag"
- VON OLIVER GRISS UND GETTY IMAGES (FOTO)
- 15.01.2026 09:21
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Vor allem das Thema Finanzierung treibt die Löwen-Fans um. Nun äußerte sich Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter in der münchen.tv-Sendung „Stadtgespräch“ deutlich: „Wir werden es nicht zu 100 Prozent finanzieren, auch nicht zu 50 Prozent – ich glaube, das steht relativ klar fest. Aber was man schon sagen kann: Die Sechzger könnten das Stadion im Erbpachtverhältnis übernehmen und damit allein die Verantwortung für die Entwicklung tragen. Damit könnten wir uns als Stadt Geld für die Instandsetzung sparen. Und dann müsste man einen Weg finden, wie man einen finanziellen Ausgleich hinbekommt.“ Heißt: Die Stadt könnte 1860 ein wenig entgegenkommen.
Ist dieser Stadion-Traum realistisch?
Und dann wird Reiter konkret: „Trotzdem brauchen die Sechzger einen großen Sponsor, der den Restbetrag übernimmt. Wir reden da schon von Beträgen im dreistelligen Millionenbereich. Ein Stadion mit größerer Zuschauerkapazität, mit einem Schiebedach – das kostet einfach Geld.“ db24 hatte vor einigen Wochen eine Summe von 150 bis 180 Millionen Euro in den Raum gestellt.
Doch wer soll das stemmen? Mit Hasan Ismaik brauchen die Löwen dabei nicht mehr zu rechnen. Der Mehrheitsgesellschafter will seine Anteile weiterhin abstoßen. Und bekanntlich sind sowohl e.V. und KGaA alles andere als auf Rosen gebettet, was sich jetzt auch ablesen lässt an der Transferstrategie.
Reiter betont trotzdem bei “münchen.tv”: „Das sind alles vernünftige Ideen. Jetzt bin ich gespannt, ob wir so weitermachen, ob wir vernünftig miteinander reden – oder ob wieder jemand dazwischengrätscht und sagt: ,Ich habe doch eine ganz andere Idee.‘ Ich würde mir wünschen, dass wir das Thema 2026 beschlussfähig abschließen und der Stadtrat final entscheidet. Danach wird es ohnehin noch ein paar Jahre dauern – bis gebaut wird, bis die Löwen einen Ersatzspielort gefunden haben, bis sie sich vielleicht mit dem Olympiastadion anfreunden oder wo sie sonst spielen wollen. Wenn es jetzt nicht funktioniert, weiß ich nicht, wie es weitergeht.“
Die Löwen liegen Reiter spürbar am Herzen: „Ich kenne wahnsinnig viele Sechzger, weil es in dieser Stadt unglaublich viele 1860-Fans gibt – das finde ich sehr spannend.“ Explizit lobt der OB die aktuelle Gesprächskultur: „Ich habe sehr konstruktive Gespräche mit den Sechzgern geführt, insbesondere mit der Vereinsspitze. Das ist eine gute Gesprächskultur. Wir haben gemeinsam etwas angestoßen, was wir schon vor Jahren hätten tun können. Von Seiten der Sechzger hat lange eine echte Arbeitsgruppe gefehlt.“
Zum Kernpunkt sagt Reiter: „Können wir den Wunsch erfüllen, im Grünwalder Stadion mehr Zuschauer zuzulassen? Wir reden von 25.000 Plätzen. Das wäre, glaube ich, ein guter Business Case für die Sechzger. Da sind wir uns einig: modern, mit Business Seats, Videowall und allem, was man heute braucht – vor allem aber mit einer Überdachung. Damit könnte auch das Thema Lärmschutz überwunden werden. So weit waren wir noch nie.“
Seine Erklärung für den neuen Optimismus: „Immer wenn wir dachten, wir sind auf einem guten Weg, kam entweder der Investor – also Hasan Ismaik – oder es hieß plötzlich: Wir brauchen ein neues Stadion für 50.000 Zuschauer. Die anderen sagten dann: Nein, wir müssen in Giesing bleiben. Jetzt gibt es erstmals eine gemeinsame Haltung: Wir bleiben auf Giesings Höhen und versuchen, das Stadion zu vergrößern. Das ist ein neuer Ansatz.“
Bis Mitte des Jahres soll eine entsprechende Studie vorliegen: „Ich will nur etwas vorstellen, bei dem ich hinterher nicht sagen muss: ,Meine Lokalbau-Kommission ist leider dagegen.‘ Ich will es gemeinsam entwickeln. Wenn wir gemeinsam etwas präsentieren, dann ist es genehmigungsfähig. Und im nächsten Schritt muss man klären: Wer zahlt das Ganze?“






