Bayern-Torjäger Kane stellt Uraltrekord von Löwen-Legende Konietzka ein
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 12.01.2026 21:10
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Ein Held für die Ewigkeit: Timo Konietzka.
VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Nur noch vier Helden von damals leben: Petar Radenkovic, Fredi Heiß, Hansi Reich und Bernd Patzke.
Einer, der unwiderruflich ebenfalls zur großen Geschichte der Sechzger gehörte, war Timo Konietzka. Der frühere Nationalspieler wählte im März 2012 den Freitod durch einen Giftcocktail - weil er unheilbar an Gallenkrebs erkrankt war. Er schrieb sogar seine eigene Todesanzeige und bat seine Freunde um Verständnis für den Schritt: „Macht alle das Beste aus Eurem Leben! Meines war lang und doch so kurz.“
Konietzka erzielte am 24. August 1963 im Trikot von Borussia Dortmund nach 58 Sekunden in Bremen nicht nur das erste Tor der Bundesliga-Geschichte, sondern der Ex-Löwe hatte auch noch einen weiteren Rekord auf höchster Ebene inne - bis gestern: Denn Bayern-Torjäger Harry Kane erzielte in der 69. Minute beim 8:1-Schützenfest über Wolfsburg sein 20. Saisontor. Mit diesem Tor zum zwischenzeitlichen 6:1 hat der Engländer nun eine Uralt-Bestmarke von 1860-Legende Konietzka geknackt.
Kane ist nach Konietzka erst der zweite Spieler in der Bundesliga-Geschichte, der in seinen ersten drei Bundesliga-Spielzeiten immer mindestens 20 Tore erzielt hat.
Konietzka hat in der Saison 1963/64 in 25 Spielen 20-mal für den BVB getroffen. In der darauffolgenden Runde erzielte Konietzka in 28 Spielen 22 Tore. Danach wechselte der Torjäger zum TSV 1860 zum frischgebackenen Europapokal-Finalisten und besorgte in 33 Bundesliga-Einsätzen noch einmal 26 Tore. Erst in der darauffolgenden Saison riss die Konietzka-Serie: In 14 Spielen konnte der neunfache Nationalspieler nur noch vier Tore erzielen. 1967 wechselte er von der Grünwalder Straße dann zum FC Winterthur, dem jüngsten Sparringspartner der Löwen…
2008 sagte Konietzka in einem AZ-Interview mit Oliver Griss auf die Frage, warum es beim damaligen Zweitligisten 1860 immer knistert: ”Ich bin jetzt 41 Jahre weg von 1860 - und es war schon zu meiner Zeit unruhig. Dieser Klub wird nie zur Ruhe kommen. In den 60er Jahren hatten wir die Nase vorne, da war Bayern noch gar nichts in Deutschland. Es gibt nur eine Meistermannschaft bei 1860 – und ich war dabei. Das ist schon verrückt. Bei Bayern interessiert sich keiner dafür, wer mal Meister geworden ist.”






