Das könnte die Start-Elf gegen Essen sein: Deckt Kauczinski heute alle Karten auf?
- VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
- 09.01.2026 08:03
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VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
Heute kommt es in Belek (13 Uhr MESZ) in der Generalprobe gegen den Schweizer Erstligisten FC Winterthur (zuletzt 1:2 gegen Magdeburg) zu einem echten Härtetest – und natürlich stellt sich die Frage: Deckt Kauczinski schon alle Karten auf?
Für die Essener, die unweit von Belek in Lara residieren und die Gunst der Stunde vermutlich nutzen werden, um ihren Auftaktgegner zu analysieren, dürfte spannend sein, wie die Löwen die zahlreichen Ausfälle kompensieren wollen. Die db24-Analyse:
Tor: Thomas Dähne ist freilich gesetzt. Der 32-jährige Oberaudorfer war eine der Top-Verstärkungen des vergangenen Sommers und ist eine Bank im Löwen-Kasten. Er gehört zu den besten Torhütern der Dritten Liga. Ob er über den Sommer hinaus bei 1860 bleibt, werden die kommenden Monate zeigen. db24 weiß: Auch andere Klubs beschäftigen sich mit Dähne.
Die Dreierkette: Weil Jesper Verlaat in Belek einen kleinen Rückschlag erlitten hat (Probleme an der linken Wade), wird der 29-jährige Holländer heute nicht zum Einsatz kommen – auch für das Eröffnungsspiel gegen RWE dürfte die Zeit knapp werden, um sich noch in die erste Elf zu kämpfen. Sein Rückstand ist nicht zu übersehen, was nach drei Monaten Pause allerdings völlig normal ist. Zudem ist Max Reinthaler aktuell viel zu stabil – er ist der Leuchtturm in der Löwen-Abwehr. Seine Ruhe und Kopfballstärke tun der Mannschaft gut. Neben Reinthaler dürften U20-Nationalspieler Sean Dulic und Siemen Voet verteidigen, der rechtzeitig gesund geworden ist. Erste Option als Einwechsler ist momentan Raphael Schifferl, der nach seiner wochenlangen Verletzungspause zumindest einen Teil seines Rückstands aufgeholt hat.
Die Außenbahnen: Der sehr agile Aufsteiger Clemens Lippmann wechselt voraussichtlich von der linken Seite wieder auf seine Stammposition auf der rechten Schiene – das zeigten zumindest die Trainingseindrücke in Belek. Wackelt deshalb Marvin Rittmüller? Er scheint zumindest nicht mehr unanfechtbar zu sein. Zwar bringt er Mentalität und Energie mit, seine Passgenauigkeit und Flanken sind jedoch ausbaufähig. Links scheint derzeit Rückkehrer Kilian Jakob gesetzt zu sein. Bleibt er fit, hat er gute Chancen, sich zu etablieren. In der Hinterhand hat Kauczinski Tim Danhof, der in Belek bewiesen hat, dass man ihn nicht abschreiben sollte – offensiv kann er dem Löwen-Spiel Impulse geben. Pechvogel im neuen Jahr bleibt einmal mehr Manuel Pfeifer, der sich früh eine Muskelverletzung zugezogen hat und mehrere Wochen fehlen wird. Morris Schröter (mit Willen, aber noch Rückstand) und Maxi Wolfram befinden sich derzeit in der Warteschleife.
Die Mittelfeldzentrale: Weil Vize-Kapitän Thore Jacobsen für das Auftaktspiel gegen Essen gesperrt ist, ist Philipp Maier automatisch der Chefabräumer. Doch wer spielt neben ihm? Zuletzt kristallisierte sich heraus, dass Samuel Althaus diese Rolle zugetraut wird. Das schlaksig wirkende Talent ist ein gewiefter Fußballer – mit einer gehörigen Portion Frechheit. Wie er mit dem Druck umgeht, wird sich zeigen. In der Hinterhand hat Kauczinski Damjan Dordan und Loris Husic, die in der Türkei bewiesen haben, dass sie im Training mithalten können. Keine Optionen für die kommenden Monate sind Tunay Deniz (Reha nach Kreuzbandriss) und Max Christiansen (Hüft-OP).
Die Zehnerposition: Kevin Volland hat bereits zum Ende der Vorrunde gezeigt, dass er immer besser in Tritt kommt. Seine Erfahrung, sein Spielverständnis und seine Torgefahr können in der Rückrunde Gold wert sein. Bleibt er gesund, wird er ein zentraler Faktor für die Aufholjagd sein.
Der Angriff: Nach dem Ausfall von Unterschiedsspieler Sigurd Haugen (er wird noch Wochen fehlen) hat Kauczinski hier das größte Problem. Der Norweger ist nicht 1:1 zu ersetzen – sein Impact auf das Löwen-Spiel war zu groß. Wer spielt also an der Seite des gesetzten Wandstürmers Patrick Hobsch? David Philipp hat im Trainingslager gezeigt, dass er zu den besseren Fußballern der Dritten Liga gehören kann – nun muss er das auch im Spielbetrieb bestätigen. Auch für ihn ist es ein entscheidendes Jahr. Nachrücker sind Justin Steinkötter und Noah Klose. Problematisch ist zudem der Ausfall von Florian Niederlechner, der nicht in Belek dabei war. Kann er sich noch einmal herankämpfen? Das Camp in der Türkei hätte ihm jedenfalls gutgetan.
So könnte der Löwe brüllen: Dähne – Dulic, Reinthaler, Voet – Lippmann, Maier, Althaus, Jakob – Volland – Philipp, Hobsch






