Volland: "Ich bin froh, dass wir zur Rückrunde auf Schlagdistanz in der Verfolgerrolle sind"
- VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
- 08.01.2026 16:58
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Will nach oben: Kevin Volland.
VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
das lädierte Knie aus dem Derby-Triumph über Ingolstadt: „Es ist alles wieder in Ordnung. Ich merke es noch ein bisschen, aber es ist nichts, was kaputtgehen kann. Ich bin froh, dass es so ausgegangen ist. Ich habe ein paar Bilder gesehen, auf denen zu erkennen war, dass das Knie überstreckt war. Der Meniskus war gequetscht, Prellung, die Kapsel eingerissen. Am Anfang hatte ich schon Angst um mein Knie – der Schmerz war so stark, dass ich dachte, es kann alles sein.“
die Härte in der Dritten Liga: „Damit habe ich gerechnet. Ich bin ja keiner, der jedem zweiten Zweikampf aus dem Weg geht. Ich gehe gerne rein, bin kein schmächtiger Techniker. Die Spielweise passt grundsätzlich zu unserem Verein. Aber ich hatte schon einige Situationen, in denen ich in den Zweikampf gehe und sofort Gelb bekomme – auch Flo Niederlechner. Das war teilweise übertrieben. Was mich stört, sind Schiedsrichter, die von oben herab auftreten – so nach dem Motto: Dienst nach Vorschrift. In der Bundesliga ist das anders, da gibt es mehr Fingerspitzengefühl. Der Umgang ist dort besser, auch mit erfahrenen Spielern.“

sein erstes Halbjahr mit Höhen und Tiefen bei 1860: „So kann man es beschreiben. Die Anfangsphase war gut, auch im Zusammenspiel hat es funktioniert. Dann hatten wir einen heftigen Hänger – so eine Phase darf uns nicht mehr passieren. Wir sind deutlich stabiler geworden. Hinten raus hat es richtig Bock gemacht, wir hatten deutlich mehr Aktionen nach vorne und haben viel stabilere Spiele abgeliefert – auch ich persönlich. Es war schade, dass ich im letzten Spiel gegen Verl gesperrt war, denn wir waren in dieser Konstellation gut drauf.“
die mögliche Einführung des VAR: „Über mein nicht gegebenes Tor in Aue habe ich mich sehr geärgert, denn dann wäre es möglicherweise anders gelaufen. Aue stand mit dem Rücken zur Wand, wir waren auswärts nicht stabil. Wenn der Linienrichter bei meiner Ecke ‚Foul, Foul‘ ruft und ich ihn anschaue und mir denke: Hä? – wenn ich es nicht richtig gesehen habe, wie will er das dann gesehen haben? Es wird oft auf Verdacht gepfiffen. Gegen Osnabrück war mein Tor leicht abseits – als Stürmer kommt dir das manchmal sogar zugute. Aber nach jedem Spiel hast du irgendeinen Trainer im Interview, der maßlos unzufrieden ist. Es gibt viel zu viele Grundsatzdiskussionen. Stellt ein iPad raus und lasst Magenta laufen! Wenn der Schiedsrichter es da nicht sieht, soll er aus dem Bauch heraus entscheiden. Es braucht mehr Klarheit und weniger Diskussionen. Ich finde das heftig…“
die Erwartungshaltung: „Ich bin nicht blauäugig zurückgekehrt und habe gedacht, nur weil Flo, ich und ein paar andere mit Namen kommen, marschieren wir locker durch die Liga. Das war mir klar, das habe ich auch vor der Saison gesagt. Die Phase, in der wir viele Punkte liegen gelassen haben, stört mich. Ein, zwei bessere Spiele hätten gereicht, um jetzt noch besser dazustehen. Trotzdem haben wir mit den vier Siegen hinten raus ordentlich gepunktet. Ich bin froh, dass wir zum Rückrundenstart auf Schlagdistanz und in der Verfolgerrolle sind. Das ist nicht ganz verkehrt. Und dass wir nach unten einen guten Puffer haben, ist auch viel wert.“

den Ausfall von Sigurd Haugen: „Das ist bitter für uns, weil wir dieses Profil nicht eins zu eins ersetzen können. Sigi ist der Gegenpol zu Patrick Hobsch, mit seinen Tiefenläufen. Aber wir haben andere gute Jungs: Justin Steinkötter hat Tempo, David Philipp ist ein sehr guter Fußballer mit Tempo. Dazu kommen zwei Junge: Noah Klose und Loris Husic. Habe ich jemanden vergessen? Qualität ist da – wir müssen schauen, wie wir uns auf dem Platz positionieren.“
die Zurückhaltung der Löwen auf dem Transfermarkt: „Wir haben einen großen Kader. Am Anfang der Saison dachte ich: Wow, das ist schon riesig – obwohl wir nicht international spielen. Jetzt sieht man bei vielen Ausfällen, wie wichtig Breite ist. Plötzlich steht Max Reinthaler auf dem Platz, macht hinten dicht und erledigt seinen Job überragend, wenn Jesper Verlaat und Raphael Schifferl fehlen. Die Kadergröße ist gut. Wir haben die Qualität, an jedem Spieltag eine Top-Mannschaft zu stellen – auch mit Ausfällen. Verstärken kann man sich immer, aber was passiert, ist auch eine finanzielle Frage.“
Morgen folgt Teil 2 des Volland-Gesprächs aus dem Trainingslager in Belek.






