VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)

Nein, 1860-Geschäftsführer Manfred Paula steht während der Trainingseinheiten in Belek nicht mit dem Handy am Ohr. Er tickt anders als seine Vorgänger. Paula ist auf dem Platz, rückt auch mal eine Stange zurecht oder sucht den Austausch mit Trainern und Spielern.

Sind die Löwen in dieser Wintertransferperiode also nicht auf „online“ geschaltet? Trainer Markus Kauczinski sieht das nüchtern. „Ich sehe nicht diese kurzfristige, günstige Lösung“, erklärte der 55-Jährige auf db24-Anfrage. „Spieler, die performen, sind nicht so einfach zu pflücken.“

Das spricht einerseits für Kauczinskis Klarheit, andererseits weiß auch er, dass die finanziellen Mittel an der Grünwalder Straße 114 überschaubar sind. Zudem stellt sich für ihn eine grundsätzliche Frage: „Was bringt es, wenn ich in ein paar Wochen dann sechs Stürmer habe?” Kauczinski hofft auf eine schnelle Rückkehr von Sigurd Haugen, der nach seinem Kieferbruch allerdings noch rund einen Monat ausfallen soll. Bei Florian Niederlechner ist die Lage noch unklar – niemand weiß, wie lange sich die muskuläre Problematik hinzieht.

Ungünstig: Der Liga-Start steht bereits in zwei Wochen an. Am 17. Januar empfangen die Löwen Rot-Weiss Essen – Kauczinski muss womöglich nicht nur in diesem Hit improvisieren.

Im Sturm setzt der Trainer zumindest auf ein internes Ausrufezeichen. „Ich wünsche mir natürlich, dass Steinkötter explodiert“, sagte Kauczinski – wurde dann aber wenig später sehr konkret. „Er hat in der Dritten Liga noch keine Fußspuren hinterlassen.“ Auch in den bisherigen Einheiten habe ihn der Angreifer in den Momenten, „in denen man da sein muss“, nicht überzeugt.
Springt Justin Steinkötter also doch noch aus der Kiste? „Sein Bemühen ist immer da, aber es war jetzt auch nicht so, dass ich das Gefühl hatte, ich muss ihn bringen“, erklärte Kauczinski in Belek. „Da muss er schon zulegen. Der erste Schritt muss mehr von ihm kommen als von mir. Er ist einfach zu wechselhaft.“

Diese Einschätzung habe er dem Stürmer, der vor der Saison vom Regionalligisten TSV Steinbach kam, bereits in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Die Frage bleibt: Kommt in Belek die Reaktion auf die mahnenden Worte? Abgeschrieben hat Kauczinski Steinkötter jedenfalls noch nicht: „Natürlich habe ich Hoffnung, dass da noch irgendetwas herauswächst.“ Die Qualitiät hat Steinkötter allemal.