VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)

Vermutlich hatte sich Markus Kauczinski das Winter-Trainingslager in Belek etwas anders geplant. Der Löwen-Trainer wollte die Tage an der türkischen Riviera nutzen, um neben der Arbeit auf dem Platz seine Mannschaft noch besser kennenzulernen und das Teamgefüge weiter zu festigen. Doch ausgerechnet jetzt fehlen im Kampf um die Rückkehr in die Zweite Liga wichtige Bausteine – darunter auch Rückkehrer Florian Niederlechner.

Der Wahl-Rosenheimer wollte das Trainingslager auch für sich persönlich nutzen. Nach einer enttäuschenden Vorrunde, in der er seinen Stammplatz verlor (zwei Tore, drei Vorlagen), sollte Belek der Ort sein, um sich von einer anderen Seite zu zeigen. Doch kurz nachdem Niederlechner vom „Vollangriff 2026“ gesprochen hatte, zog sich der frühere Bundesliga-Stürmer eine Muskelverletzung zu. Sie verhindert seine Teilnahme am Trainingslager.

Eigentlich hätte Niederlechner seine Reha theoretisch auch vor Ort absolvieren können – so handhaben es zumindest andere Profi-Klubs. Mit Fitnesstrainer Philipp Kunz sowie zwei Physiotherapeuten ist der TSV 1860 schließlich in Belek bestens aufgestellt. Zudem hätte der Angreifer abseits des Platzes eine wichtige Rolle für das Mannschaftsgefüge spielen können.

Doch Kauczinski erklärt auf db24-Anfrage, warum er sich bewusst gegen die Mitnahme der Rekonvaleszenten entschieden hat: „Die Jungs sind so weit weg – und außerdem kostet das nur Ressourcen. Der Sinn ist auch nicht da. Sie sind in ihrer Reha, in ihren Abläufen. Das können wir hier gar nicht leisten. Das heißt: Sie verlieren eine Woche.“

Das gelte auch für Niederlechner: „Wir können alle zu Hause besser versorgen als hier. Der Kraftraum ist okay, aber nicht vergleichbar mit den Bedingungen dort, wo er aktuell behandelt wird. Flo arbeitet in der Nähe von Rosenheim an seiner Reha. Hier macht das keinen Sinn. Da verlieren wir nur Zeit.“

Wo genau sich Niederlechner verletzt hat, kann Kauczinski nicht exakt sagen: „Wir sind uns da nicht ganz einig. Es ist eine muskuläre Sache. Mehr darf man ja nicht sagen. Er hatte das schon ein bisschen mitgeschleppt, irgendwann wurde klar, dass es nicht besser wird. Da mussten wir eingreifen.“

Eine Prognose bei Niederlechner wagt der Trainer nicht: „Wir können nicht abschätzen, wie lange das dauert. Wir hoffen, dass er nach unserer Rückkehr aus Belek einsatzfähig ist. Wir hatten das Gefühl, er hätte hier ohnehin nur laufen können.“