VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)

Markus Kauczinski (55) hat zwar keine Neuzugänge nach Belek mitgebracht, dafür aber jede Menge gute Laune. Das war am Samstagabend beim Pressegespräch im Kabinentrakt des Susesi-Sportzentrums – in dem unter anderem ein Trikot des österreichischen Meisters Sturm Graz hing – deutlich zu spüren. „In München ist Schnee. Um sich optimal vorzubereiten, haben wir hier die besten Gegebenheiten. Deswegen sehe ich diesen Trip absolut als sinnvoll an“, erklärte der Löwen-Trainer – und stellte zugleich klar, dass diese Einschätzung klubintern geteilt wurde: „Ich musste mich nicht groß durchsetzen. Es gab keine Widerstände. Es hat keiner etwas anderes gesagt. Das war nie die große Diskussion. Wir mussten nur einmal ins Portemonnaie schauen und sagen: Was geht?“

Erleichtert wurde die Reise auch durch die neue Partnerschaft mit Schauinsland Reisen, die ihre Kontakte spielen ließ. Das Fazit von Kauczinski schon nach der ersten Einheit auf türkischem Boden: „Man hat gleich gesehen, dass die Jungs Bock haben – der Rasen ist einfach was ganz anderes.“

Auch die Personalsorgen lächelt Kauczinski in Belek weg. Sein Credo: Der Kader ist groß genug, um Rückschläge zu verkraften. Um die zahlreichen Ausfälle (Tunay Deniz, Sigurd Haugen, Max Christiansen, Florian Niederlechner, Siemen Voet und Paul Bachmann) zu kompensieren, hat der frühere KSC-Trainer mehrere Talente aus dem eigenen NLZ hochgezogen: Damjan Dordan, Noah Klose und U17-Vize-Weltmeister Loris Husic. Als Ersatztorwart ist zudem Stefan Musa aus der U21 dabei – immerhin Bayernliga-Tabellenführer. Eine kleine Hoffnung besteht, dass der grippe-geschwächte Voet möglicherweise am Mittwoch ins Trainingslager nachreist.

Inhaltlich hat sich Kauczinski für die Tage an der türkischen Riviera einiges vorgenommen. Morgen steht eine Doppelschicht auf dem Programm, der Höhepunkt ist freilich der Härtetest über 3x45 Minuten am kommenden Freitag gegen den Schweizer Erstligisten FC Winterthur (db24-Ticker). Welche Detailarbeit steht auf dem Belek-Plan? „Es ist eine Mischung aus allem“, erklärt Kauczinski: „Pressingverhalten, Spiel in die Tiefe, letztes Drittel. Am Montagmorgen eine Belastungsform, ein Spiel, anschließend Regeneration und Kraft – das machen wir außerhalb des Platzes. Da wollen wir ein bisschen nacharbeiten.“

Der Mittwoch ist als Regenerationstag eingeplant: „Ein halber Tag zur freien Verfügung. Danach kommen Umschaltmomente, Aktionsschnelligkeit und Standardsituationen – und natürlich die gezielte Vorbereitung auf das Testspiel gegen Winterthur. Es geht relativ schnell, wir haben nicht viel Zeit.“

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Neben der Arbeit auf dem Platz will Kauczinski in Belek auch die jüngere Vergangenheit aufarbeiten: „Wir nehmen uns die Zeit, die Phase seit meiner Übernahme Revue passieren zu lassen – und auch einen kleinen Ausblick zu wagen: Wer sind wir? Was haben wir gut gemacht? Wo wollen wir hin? Und was müssen wir leisten, um so erfolgreich wie möglich zu sein? Ich glaube, dass noch viele Dinge besser gehen und wir die Zeit noch mehr nutzen können, um besser zu werden.”

Die Grundlagen für einen positiven Rückrunden-Start gegen Rot-Weiss Essen (17. Januar) sollen in Belek gelegt werden.