VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Viele Fans nehmen das Leiden der Löwen mittlerweile teilnahmslos hin - einer nicht: Meister-Löwe Bernd Patzke. Der 81-jährige frühere Nationalspieler richtet gegenüber der "Abendzeitung" deutliche Worte in Richtung Sechzig:"Ich interessiere mich eigentlich überhaupt nicht für Vereinspolitik, aber bei 1860 geht es zu wie bei der Ampelregierung. Dieses Lagerdenken ist Sechzigs größtes Problem."

Auch wenn viele meinen, dass es erst mit Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik kam, liegen sie falsch: Seit Ende der 90er Jahre, als die Löwen vom Grünwalder Stadion ins Olympiastadion umzogen, herrscht ein verbitterter Glaubenskrieg. Auch Ex-Boss Karl-Heinz Wildmoser wurde seinerzeit zur Zielscheibe.

Vom neuen “Bündnis Zukunft 1860” verspricht sich Patzke eher weniger, weil es aus seiner Sicht erst gilt, die internen Verkrustungen aufzulösen: “Ich stehe Investor Hasan Ismaik relativ neutral gegenüber. Er hat 1860 gerettet, aber viel Geld zum Fenster hinausgeworfen.”

Und wie sieht er die e.V.-Seite? Patzke deutlich: “Ich schätze, dass sie einfach so weiterwursteln. Ich hoffe sehr, dass Sechzig noch mal aufsteigt, solange ich lebe - aber ich sehe nicht, dass wir bald was anderes zu feiern haben.”

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Im Gegenteil. Für Patzke hat die Rückwärtsentwicklung der Löwen noch nicht das Ende erreicht. “Ein Verein braucht eine Perspektive, eine Mannschaft muss wachsen. Aber wie soll das gehen, wenn jede Saison zehn Spieler gehen und zehn kommen?” Patzke muss es wissen: Er war einer der besten 1860-Spieler der Vereinsgeschichte und obendrein auch noch Trainer. Seine Befürchtung: “Man muss hoffen, dass sie nicht noch absteigen in den nächsten Jahren…Jedes Jahr, jede Saison hat Sechzig einen neuen Trainer, einen neuen Sportchef, einen neuen Geschäftsführer. Der Investor ist gegen den Verein - und dann reden die auch noch vom Aufstieg. Das ist ja lächerlich.”

Ein Richtungswechsel kann nur am 16. Juni bei der Mitgliederversammlung ausgelöst werden, dann, wenn der Verwaltungsrat neu gewählt wird.