VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

SC VERL - TSV 1860 MÜNCHEN 0:1.

So brüllte der Löwe: Hiller (Note 2) - Glück (3), Reinthaler (3), Verlaat (2), Greilinger (4/78. Zwarts 3) - Rieder (3), Frey (4/93. Steinhart) - Schröter (4/86. Ludewig 3), Guttau (3), Ouro-Tagba (5/46. Kwadwo 3) - Lakenmacher (4/78. Muteba 4).

So spielte Verl: Unbehaun - Knost (83. Kammerbauer), Paetow, Pernot, Stöcker - Ochojski, Benger (83. Otto), Baack (74. Nadj), Sessa - Wolfram (62. Taz), Lokotsch.

Tor: 0:1 (71.) Guttau.

Gelbe Karten: Sessa, Lokotsch – Frey.

Zuschauer/Löwen-Anteil: 2.915/885.

Schiedsrichter: Cristian Ballweg (Note 2,0). Der Zwingenberger war ein umsichtiger Leiter der Partie, präsentierte sich nahezu fehlerlos. Die Löwen haben seit dem Jahreswechsel richtig Glück mit den Schiedsrichter-Besetzungen.

Die db24-Spielwertung: Note 3,0. Die Verler deckten die Schwächen der Löwen in der ersten Hälfte gnadenlos auf: Mit dem schnellen und technisch versierten Kurzpass-Spiel waren die steif wirkenden Gäste massiv überfordert: Im Mittelfeld kamen die Blauen immer einen Schritt zu spät, und vor allem über die linke Abwehrseite brannte es teilweise lichterloh. Dass man die Null halten konnte, lag vor allem an den Überperformern Marco Hiller und Jesper Verlaat. In der Halbzeitpause korrigierte Löwen-Trainer Agis Giannikis sich selbst und veränderte seinen ursprünglich nicht gut genug ausgetüftelten Matchplan - mit Erfolg. Nach dem Seitenwechsel konnten die Sechziger viel besser dagegenhalten und belohnten sich am Ende mit einem überaus glücklichen 1:0-Erfolg in der Fremde.

Die db24-Kurvenanalyse: Note 3,5. Die Löwen-Fans konnten sich im kleinen Käfig im Südbereich der Sportclub-Arena nicht so richtig breitmachen. Platz für Politik war aber trotzdem: “Der Kampf geht weiter: Gegen jeden Investor”, stand auf einem Plakat. Immerhin ließen die Ultras ihren Pyrotechnik-Koffer dabeim - und das ist angesichts des Strafenkontos des TSV 1860 schon als Erfolg zu werten.

Zum Lachen: Noch nie war ein Löwen-Sieg (nur 34 Prozent Ballbesitz!) dreckiger. Die Personal-Planung von Ex-Geschäftsführer Marc Pfeifer war nicht von schlechten Eltern…

Zum Weinen: Eigentlich schade, dass die Jahrestabelle 2024 nicht in die Aufstiegswertung mit reingenommen werden kann: Die Löwen, die inzwischen die beste Abwehr der Dritten Liga stellen, grüßen in dieser Statistik weiter von Platz 1.

Mein Löwen-Held: Agis Giannikis. Er gibt 1860 einen neuen (sportlichen) Anstrich. Selbst wenn’s kompliziert wird, findet er eine effiziente Lösung und dreht die Partie. Und Glück hat bekanntlich nur der Tüchtige.

Der Löwen-Spruch des Tages: “Ich wollte ihn erst mit links nehmen, den rechten Fuß brauche ich eigentlich nur zum Stehen.” Julian Guttau nach seinem 1:0-Siegtor.

So schaut’s aus, Sechzig: Nach dem Süd-Hit gegen Ulm sollten wir alle mal den Tabellenrechner aktivieren! Wenn auch dieses Spiel gewonnen wird, ist plötzlich alles möglich.