VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Plötzlich fuhr am Freitagmittag ein schwarzer Maybach am Trainingsgelände vor: Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik stieg aus dem Auto - nicht mehr als 20 Minuten dauerte der Kurz-Besuch des 46-Jährigen an der Grünwalder Straße 114. Er stellte sich auf dem Trainingsplatz der Mannschaft, Trainer Agis Giannikis und Sport-Geschäftsführer Dr. Christian Werner vor.

Giannikis über die Ismaik-Rede: “Er hat der Mannschaft seine Freude über die letzten Ergebnisse mitgeteilt. Er hat auch Hoffnung, dass es so weitergeht.”

Nach seinem Giesing-Besuch schrieb der Jordanier auf seinem Instagram-Kanal folgende Botschaft: “Ich war heute nach vielen Jahren wieder einmal am Trainingsgelände des TSV 1860 München, um mir einen kurzen Eindruck vom Team und Trainer Argirios Giannikis zu machen.”

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Sein Eindruck: “Es hat mich sehr gefreut, motivierte und lebendige Löwen vor mir zu sehen. In ihren Augen habe ich erkannt, dass sie sich in den nächsten Wochen und Monaten für unseren Verein zerreißen werden. Sie wollen uns wieder zufrieden stimmen und dafür sorgen, dass wir wieder stolz durch unser Leben gehen können. Mir geht es nicht anders als euch: Wenn 1860 verliert, dann bin ich enttäuscht. Wenn 1860 aber gewinnt, dann geht es mir gut und warte auf die nächste Chance.”

Wie lange Ismaik, der am Donnerstag einflogen ist, in München bleiben wird, ist nicht bekannt. Es gäbe genügend Gesprächsbedarf: Nachdem der e.V. die beiden Geschäftsführer Dr. Christian Werner und Oliver Mueller mit 50+1 durchgesetzt hat, ist das Klima zwischen den beiden Gesellschafterseiten im Keller. Präsident Robert Reisinger will von einem Konfrontationskurs nichts wissen, seine Handlungen bei München Sechzig sprechen allerdings eine andere Sprache.

Wie reagiert Ismaik? Ein Treffen mit Präsident Robert Reisinger ist angeblich nicht geplant. Der Mehrheitsgesellschafter hat sich aber im neuen Top-Hotel “Rosewood” mit den beiden neuen Geschäftsführern getroffen. Am Tisch saßen auch Yahya Ismaik, Aufsichtsratsboss Saki Stimoniaris und die beiden Anwälte Andrew Livingston und Frank Koch. Die Message dürfte klar gewesen sein: Zusätzliches Geld hat die Geschäftsführung nach den jüngsten Querelen aus Abu Dhabi nicht zu erwarten.

Das e.V.-nahe Fanmagazin “Löwenmagazin” schreibt zum Ismaik-Besuch in München übrigens Folgendes: “Da ist er - der Schatten des TSV 1860 München. Der ganz spontan plötzlich wieder in München ist. Hasan Ismaik. Ein Denker, Philosoph, Geschäftsmann, Schriftsteller und vor allem der größte Löwenfan aller Zeiten. Für einen roten Teppich war leider keine Zeit, eine Akkreditierung dürfte sein Lieblingsverein aber auf die Schnelle bis Sonntag ausstellen können.”