VON OLIVER GRISS UND LACKOVIC (IMAGO)

“Ich habe noch nie so einen Transfersommer erlebt.” Löwen-Trainer Michael Köllner (52) am Freitag in der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz an der Grünwalder Straße 114.

Genau diesen Satz werden sich vermutlich auch viele Fans sagen - und es ist tatsächlich so, dass die Löwen in den letzten zwei Jahrzehnten noch nie auf dem Transfermarkt so überzeugt haben wie in diesem Sommer. Neun neue Spieler wurden von den Löwen verpflichtet, darunter Hochkaräter wie Jesper Verlaat, Martin Kobylanski, Tim Rieder, Albion Vrenezi oder Joseph Boyamba. Dazu die beiden Trainer Jörg Mikoleit und Stefan Reisinger. Köllner: “Alle Themen wurden erledigt. Das ging wie Brezlbacken, absolut professionell. Das war absolutes Teamwork und ein Zeichen dafür, dass es nur gemeinsam geht. Das ist unsere DNA!“

Woran dieser imposante Kurswechsel liegt?

Zum einen mit Sicherheit daran, dass Köllner es versteht, Menschen (Spieler) mit seiner Art von 1860 zu überzeugen. Ein Berater verriet db24 in den letzten Wochen: “Mein Spieler hatte durchaus finanziell lukrativere Angebote, aber Köllner hat ihn mit seiner Empathie sofort mitgerissen. Das hat ihn letztlich überzeugt, bei 1860 aufzuschlagen. Natürlich spielt aber auch die Wucht des Klubs eine große Rolle. 1860 ist trotz seiner Drittklassigkeit noch immer einer der größten Fußballmarken in Deutschland.”

Menschenfänger Köllner. Er leistet auch im Hintergrund eine unglaubliche Arbeit für die Löwen, was man vorne gar nicht mitbekommt. Jetzt muss er nur noch die richtige Mischung aus den vielen Bausteinen finden. Um festzuhalten: Jeder einzelne Neuzugang wurde von Köllner vorgeschlagen. Ihm ist bewusst, dass er an seiner Personalauswahl jetzt auch gemessen wird.

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Dass Köllner in den letzten Tagen immer wieder wiederholte, dass diese Transferperiode ein Gemeinschaftsprojekt war, ist richtig. Geschäftsführer Marc Pfeifer war sehr umtriebig bei der Sponsorensuche, damit das Budget wieder in einem ähnlichen Rahmen wie in den letzten beiden Spielzeiten geschraubt werden konnte. Die beiden Gesellschafter mussten den Investitionen immer zustimmen. Hätte sich nur einer quergestellt, hätte jeder einzelne Deal platzen können und möglicherweise auch Köllner hingeworfen. Aber auch Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel und Chefscout Jürgen Jung halfen mit, dass die Löwen-Familie plötzlich wieder neue Hoffnung schöpft.

Explizit stellte Köllner aber Merchandising-Boss und Ismaik-Vertreter Anthony Power heraus, den man als Außenstehender bislang nicht auf der Liste hatte. Nach db24-Informationen war seine Rolle bei vier Transfers mitentscheidend, darunter auch bei der Verpflichtung des neuen Abwehrchefs Jesper Verlaat. Köllner gestern in der PK: “Was ich besonders betone: Anthony Power. Der hat sich extrem in die Transfergeschichten mit eingebracht und uns großartig unterstützt.”