VON OLIVER GRISS UND KIRCHNER-MEDIA (IMAGO)

Es war der Traum von Robert Reisinger: Sich als Zweitliga-Präsident am 10. Juli in der Mitgliederversammlung des TSV 1860 wiederwählen zu lassen. Seit fünf Jahren ist der 58-Jährige bald Ober-Löwe, der Klub kommt unter ihm aber nur sehr schwerlich voran. Klar, dass er sich das anders vorgestellt hat.

Nach der 0:4-Pleite in Magdeburg kann 1860 nicht mehr aufsteigen: Wie beurteilen Sie diese Drittliga-Saison?

Umfrage endet am 21.05.2022 16:00 Uhr

Und trotzdem überrascht es, dass Reisinger zum jetzigen Zeitpunkt - vor dem wichtigen Pokal-“Finale” gegen Borussia Dortmund 2 (Samstag, 13.30 Uhr, db24-Ticker) in der “BILD”-Zeitung Druck auf alle macht. Der Präsident im Wahlkampf-Modus? Reisinger, der in den letzten Monaten immer lauter wird, über:

die Pflicht, in den DFB-Pokal einzuziehen: “Die Teilnahme am Pokal ist essenziell, ermöglicht der sportlichen Leitung Spielräume.”

die Forderung an die Spieler: “Sie müssen ihre Nerven in den Griff bekommen. Die Körpersprache muss von Sekunde eins an zeigen: 1860 ist der Herr im Grünwalder Stadion. Ich möchte elf Krieger sehen und keine Angsthasen.“

das Saisonziel für 2022/2023: “Nächste Saison kann es nur ein Ziel geben und das heißt: Aufstieg! Das muss von Tag eins klar sein und auch ausgesprochen werden.“

die Spielersuche: “Wir brauchen Spieler, die ihre Karriere nicht so gestalten konnten, wie es ihrem Potential entsprochen hätte. Wir bieten ihnen sozusagen die zweite oder auch dritte Chance.“

die falsche Kaderpolitik und den Vergleich mit der von Lorant und Wildmoser zusammengestellten Aufstiegsmannschaft von 1994: “Mit Chorknaben schaffen wir es nicht. Wir brauchen Spieler, die voran gehen, Ecken und Kanten zeigen. Für mich zählt das Kollektiv. Wir brauchen keine Stars. Die Mannschaft von 1994, der der Durchmarsch in die Bundesliga gelang, war voll mit ordentlichen Arbeitern, die es über die Geschlossenheit und den Zusammenhalt geschafft haben. Das muss uns gelingen.“