VON OLIVER GRISS, ULI WAGNER UND IMAGO (FOTO)

Alle haben am vergangenen Wochenende für die Löwen gespielt - nur die Löwen nicht für sich selbst, und so ist eine Saison am Ende wieder einmal ernüchternd verlaufen. Die Runde kann nach dem desaströsen 0:4 in Magdeburg nur noch mit Platz 4, der zumindest die DFB-Pokal-Teilnahme absichert, einigermaßen gerettet werden. Dazu braucht der TSV 1860 einen Sieg über Borussia Dortmund 2 (Samstag, 13.30 Uhr, db24-Ticker). Möglicherweise sogar einen deutlichen - schließlich weiß man nicht, wie das punktgleiche Osnabrück sein Heimfinale gegen Magdeburg abschließt. Es könnte ein Herzschlag-Finale um den begehrten vierten Rang werden…

Hinter den Kulissen an der Grünwalder Straße 114 wird dagegen weiter fleißig an der Zukunft gebastelt - der TSV 1860 will seinem Trainer Michael Köllner eine Mannschaft zur Verfügung stellen, die zumindest von der Papierform her eine Aufstiegsmannschaft sein kann. Es wird auf die richtige Mischung ankommen. Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel ist nach drei vergebenen Anläufen Richtung Zweite Liga gefordert. Fingerspitzengefühl bei der Kader-Zusammenstellung ist gefragt.

Trauen Sie Günther Gorenzel & Michael Köllner in der neuen Saison den Aufstieg in die Zweite Liga zu?

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Wie db24 exklusiv erfuhr, bedient sich der Löwe nun ein zweites Mal an der Insolvenzmasse von Türkgücü München: Nach Tim Rieder wird auch Albion Vrenezi zur neuen Saison zum TSV 1860 wechseln. In der vergangenen Woche hat sich der 28-Jährige mit den Löwen geeinigt. Für Köllner ist Vrenezi ein Wunschspieler. Der gebürtige Münchner ist dribbelstark, schnell und verfügt über den entsprechenden Zug zum Tor. Seine Bilanz bis zum Türkgücü-Aus: Sechs Tore und fünf Vorlagen.

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Wie hat’s geklappt? Seit Jahren war es Vrenezis erklärter Wunsch, irgendwann einmal ins Trikot des TSV 1860 zu schlüpfen. Jetzt hat’s funktioniert - und wie db24 weiß, hatte der Löwen-Neuzugang auch durchaus andere interessante Angebote, u.a. vom frischgebackenen Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig. Sein Ex-Trainer Michael Schiele wollte Vrenezi unbedingt nach Niedersachsen lotsen, doch der zweitliga-erfahrene Vrenezi entschied sich trotz der besseren sportlichen Perspektiven für Sechzig. Was auch beweist: Die Münchner Löwen haben immer noch eine gewisse Zugkraft.

Neben Vrenezi und Rieder könnten demnächst auch Meris Skenderovic (Schweinfurt) und Fynn Lakenmacher (Havelse) an der Grünwalder Straße 114 aufschlagen. Die Löwen wissen: Sie müssen jetzt bei ihren treuen Fans Überzeugungsarbeit leisten, damit diese auch in der neuen Saison wieder Dauerkarten kaufen und gleichzeitig das Budget absichern. Mit Vrenezi ist ihnen nun ein weiteres Argument gelungen.