VON OLIVER GRISS UND BERND FEIL (FOTO)

“Ich bin ein Neuner! Ein Stoßstürmer. Ich bin laufstark, kopfballstark, relativ schnell und ein Arbeiter für die Mannschaft, der alles gibt.” Die ersten Worte des neuen 1860-Angreifers Adriano Grimaldi von Preußen Münster in der Telefonkonferenz mit der Münchner Presse am Dienstagnachmittag waren erfolgsversprechend - oder besser formuliert: Kann der Sturmtank diese Worte auch in die Tat umsetzen, hat der 27-Jährige das Potential zum neuen Publikumsliebling an der Grünwalder Straße. Grimaldi geht keinem Zweikampf aus dem Weg, solch unbequeme Spieler wünscht man sich eigentlich nur in der eigenen Mannschaft. Irgendwie hat er etwas von Paul Agostino.

Für drei Jahre bis 2021 hat Grimaldi beim TSV 1860 unterschrieben - und der bundesliga-erfahrene Stürmer (6 Spiele für Mainz unter dem heutigen Paris-Trainer Thomas Tuchel) verrät, dass vor allem das frühe Buhlen um ihn den Ausschlag für den Wechsel zu den Löwen gab. “Das Interesse von 1860 war ziemlich früh, groß und nachhaltig. Im ersten Moment war ich happy, als mich 1860 angerufen hat. Erst im zweiten Moment habe ich realisiert: Die spielen ja in der Regionalliga. Ich war trotzdem glücklich, weil 1860 nach wie vor ein großer Name ist. Ich dachte mir: Es lohnt sich, zu warten. Ich bin in den Urlaub gefahren, ohne wo zu unterschreiben, das mache ich eigentlich nicht.”

Zweimal habe Grimaldi mit Trainer Daniel Bierofka telefoniert, getroffen hat er ihn noch nicht. Den finalen Entschluss, schließlich zu 1860 zu wechseln, dürfte Grimaldi nach den beiden Relegationsspielen gegen Saarbrücken getroffen haben, die er beide vom TV-Gerät aus verfolgte. “Die Fans und das Stadion - das hat mich schon begeistert”, gesteht er: “1860 ist ein Traditionsverein mit vielen Fans. Ich bin auch sehr beeindruckt vom Trainingsgelände. Die Plätze, der Kraftraum, die Kabine - da sind vielleicht Kleinigkeiten, auf die ich aber großen Wert lege.”

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Warum er die Nummer 10 des scheidenden Mittelfeldtechnikers Timo Gebhart übernommen hat? “Ich wollte eigentlich die 39. Die ist aber belegt. Und weil ich als Stürmer nicht mit der 2 auflaufen will, habe ich die 10 genommen”, sagte Grimaldi schmunzelnd und schob nach: “Ich sehe mich aber nicht als Spielmacher.” Der Halb-Italiener, der in der vergangenen Saison 15mal für Münster traf, soll für die nötigen Tore sorgen, damit 1860 frei von Abstiegssorgen ist. Wieviele Tore will er in der neuen Saison erzielen? “Ich lege mich auf keine Zahl fest”, sagt Grimaldi, “da würde ich mich nur unnötig unter Druck setzen.”

Mit dem Adelsgeschlecht hat Grimaldi, der im Herbst zu seiner Oktoberfest-Premiere kommt, übrigens nichts zu tun: “Dann wäre ich ja nicht Fußballer, sondern vielleicht Prinz geworden.” Zum Tor-Prinz würde der 1860-Neuzugang aber trotzdem taugen.