VON DOMINIK SAUTER UND BERND FEIL (FOTO)

Kurz vor dem Jahresende würde es eigentlich Sinn ergeben, beim TSV 1860 vorsichtig optimistisch in die Zukunft zu blicken. Doch so ganz klar scheint man sich über den Kurs beziehungsweise über ein Konzept im Verein nicht zu sein: Während Verwaltungsratschef Dr. Markus Drees nach der gescheiterten Kündigung des Kooperationsvertrages offen zu gab, weiter über eine Trennung von Hasan Ismaik nachzudenken, will Präsident Robert Reisinger die Beziehung mit dem Investor neu “justieren”.

Leidtragende des ständigen Hin und Hers sind neben Daniel Bierofka und der Mannschaft auch die leidgeprüften Anhänger. Das Fanlager ist gespalten - um das zu merken, reicht ein Blick in die sozialen Netzwerke. Dort wird diskutiert, beschimpft und debattiert - oftmals leider auch unter der Gürtellinie. Einer, den diese Entwicklung besonders traurig stimmt, ist der “König von Giesing”: Karsten Wettberg. Seiner Meinung nach will die absolute Mehrheit der Fans allerdings nur noch eines: Den Weg zurück in den Profifußball - und endlich Frieden im Verein. “Ich war letztens auf einer Löwen-Feier in Mitterskirchen. Und ich war getroffen über die Bedrücktheit der Fans. Viele fühlen sich vom Verein ausgeschlossen.”

Wer ist der beste Löwen-Präsident seit Wildmosers Abgang?

Umfrage endete am 30.12.2017 16:44 Uhr

Peter Cassalette
36% (1956)

Dieter Schneider
28% (1556)

Robert Reisinger
16% (879)

Karl Auer
6% (348)

Sigi Schneider
4% (245)

Gerhard Mayrhofer
4% (202)

Albrecht von Linde
2% (124)

Hep Monatzeder
1% (74)

Rainer Beeck
1% (60)

Alfred Lehner
1% (45)

Teilnehmer: 5489

Die Machtkämpfe zwischen e.V. und Investorenseite seien für alle ermüdend - dabei gehe es ohnehin nur zusammen. Und, da ist sich Wettberg auch sicher: Die Anhänger wollen nicht auf Dauer Viertliga-Fußball im ruhmreichen, aber maroden Grünwalder Stadion sehen: “Die Fans wollen keinen TSV Giesing. Ich komme aus der Vergangenheit des TSV 1860, aber auch ich will das nicht. Viele haben das Gefühl, dass die Münchner unter sich sein wollen. Dabei ist 1860 ein Verein, der nicht nur bayernweit, sondern deutschlandweit interessiert. 1860 darf kein Stadtteilverein werden.”

Heißt im Klartext: Die Anhänger möchten, dass die Gegner mittelfristig wieder Nürnberg, Düsseldorf oder St. Pauli anstatt Buchbach, Memmingen und Schalding-Heining heißen. Das zumindest ist der Eindruck der Löwen-Legende - der sich ja bekanntlich unheimlich viel im Umfeld von 1860 bewegt und mit den Fans spricht. Wettbergs Forderung: “Man kann ja die Tradition wahren, aber man muss es doch hinbekommen, dass man gemeinsam in die Zukunft geht. Beide Seiten müssen endlich kapieren, dass sie zum Wohle der Fans zusammenarbeiten müssen.”