VON OLIVER GRISS

Der TSV 1860 hat sich diesen Schritt wohl überlegt, aber er war nach der teilweise unfairen Berichterstattung im Zuge der Runjaic-Entlassung vermutlich unvermeidbar. Im Zentrum der Kritik: Investor Hasan Ismaik. Der 39-jährige Milliardär musste sich übersetzen lassen, dass er einerseits mit US-Präsident Donald Trump verglichen wird, andererseits ihm auch AfD-Methoden unterstellt werden. Die Frage ist: Muss man sich das gefallen lassen?

Die Konsequenz: Der Klub sperrt bis auf Weiteres nicht nur die Löwen-Reporter vom Trainingsgelände an der Grünwalder Straße aus, sondern verhängte auch seinem Personal obendrein einen Maulkorb.

Der Großteil der dieblaue24-User unterstützen diese durchaus einschneidende Maßnahme, genauer gesagt 65 Prozent. Der Tenor: “Man darf sich nicht länger vorführen lassen!” 25 Prozent halten die Entscheidung dagegen für “total überzogen”. 10 Prozent tangieren die Sanktionen gegen die 1860-Reporter nicht.

Eine andere Sichtweise verfolgt freilich der BJV, der Bayerische Journalistenverband. Dessen Vorsitzender Michael Busch appelliert an die Vereinsleitung und Geldgeber Ismaik: “Nehmen Sie die Maßnahmen eines Redeverbots für Repräsentanten und Lizenzspielermannschaft sowie das Hausverbot – auch im eigenen Interesse – sofort zurück!” Laut “bjv.de” habe sich bereits ein Löwen-Reporter, der namentlich nicht genannt werden wollte, beschwert, “dass unsere Arbeit grundlos und pauschal behindert wird.” Die “BILD” twitterte noch Samstagnacht den dementsprechenden Artikel.

Presse-Boykott, Hausverbot für Journalisten: Was halten Sie von dieser 1860-Maßnahme?

Umfrage endet am 10.12.2016 08:00 Uhr