VON OLIVER GRISS UND ULI WAGNER (FOTO)

Wenn die 1860-Profis heute aus dem freien Donnerstag an die Grünwalder Straße zurückkehren, heißt es: Vorhang runter! Die Mannschaft trainiert bis zum Charaktertest gegen Kaiserslautern (Montag, 20.15 Uhr, dieblaue24-Liveticker) dreimal unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Kosta Runjaic will mit dieser Maßnahme verhindern, dass ihm Spione aus der Pfalz zum einen in die Karten schauen und zum anderen gewährleistet ist, dass sich seine Mannschaft in Ruhe auf dieses Sechs-Punkte-Spiel vorbereiten kann. Runjaic weiß: Auch sein Job steht auf dem Spiel. Bei einer neuerlichen Niederlage könnte es richtig unangenehm bei Münchens großer Liebe werden.

Und das hängt wahrlich nicht damit zusammen, dass “die Unruhe nur von außen” (Thomas Eichin) hereingetragen wird, sondern allein an den fehlenden Arbeitsnachweisen. Selbst bei Peter Cassalette hat in den letzten Tagen nun offenbar ein Umdenken stattgefunden. Während der Ober-Löwe am vergangenen Samstag bei einer Fanclub-Veranstaltung in Dietfurt einen Trainerwechsel noch kategorisch ausgeschlossen hatte (“Wir werden den Trainer nicht entlassen. Wir glauben, dass wir es gemeinsam schaffen”), hört sich das ein paar Tage später schon ein wenig anders an. Gegenüber der “BILD” sagte Cassalette, der sich vor der Saison noch zum Ziel gesetzt hatte, mit dem nächsten Trainer länger arbeiten zu wollen als mit den Vorgängern: “Bei einer Niederlage brennt’s. Das ist genau der richtige Ausdruck. Dann wird es eine Krisensitzung geben, dann müssen wir gewisse Dinge in Frage stellen.” Möglicherweise auch die Rolle von Coach Kosta.

Cassalettes Forderung: “Ich erwarte gegen Kaiserslauten ein vernünftiges Spiel. Wenn wir wieder sang- und klanglos verlieren, geht’s zur Sache. Wir können doch nicht alle dasitzen und sagen: ‚Schauen wir mal weiter.’ Irgendwann muss ein Zeichen gesetzt werden.”

Schafft Kosta Runjaic bei 1860 noch die Wende?

Umfrage endete am 02.12.2016 09:00 Uhr

Nein! Verliert 1860 am Montag, ist Runjaic nicht mehr zu halten.
36% (2635)

Ich zweifle.
36% (2612)

Ja, davon bin ich überzeugt!
29% (2105)

Teilnehmer: 7352

Laut “BILD” habe Cassalette am Donnerstag mit Investor Hasan Ismaik telefoniert. “Hasan ist sauer und enttäuscht, dass es nicht so läuft, wie er sich das vorgestellt hat”, erklärte Cassalette und schob nach: “Er hat vor der Saison sämtliche Wünsche erfüllt, der Trainerstab hat alles bekommen, was er wollte, sogar jetzt noch einen super Trainingsplatz, von dem alle schwärmen. Aber jetzt müssen sie auch mal liefern.” Was übersetzt heißt: Die Schonzeit ist vorbei. Für die Mannschaft. Für den Trainer. Und auch für den Sportchef.

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