VON OLIVER GRISS

Dass das renommierte Fußball-Fachblatt “KICKER” dann am Donnerstag auch noch das halbseidene Gerücht der letzten Tage aufnahm, dass der TSV 1860 Kontakt zum vereinslosen und nicht zum nervösen 1860-Umfeld passenden Andre Breitenreiter aufgenommen haben soll, machte die Geschichte nicht glaubhafter. Nach verlässlichen dieblaue24-Informationen bemüht sich weder die Vereinsseite noch Investor Hasan Ismaik um Ersatz für Kosta Runjaic. Selbst, wenn 1860 heute in Stuttgart verlieren sollte und dabei einen Aufwärtstrend zeigt, wird der Trainer auch beim Pokalspiel in Würzburg selbstverständlich auf der Bank sitzen.

Es wird also (wieder einmal) eine künstliche Trainerdiskussion geführt. Natürlich ist man an der Grünwalder Straße alles andere als erfreut über das bisherige Abschneiden, zumal Ismaik es im Sommer möglich machte, kurzfristig das Budget auf 17,5 Millionen Euro zu verdoppeln. Und ja, auch Runjaic hat gewisse Dinge falsch eingeschätzt (Kaderqualität, mangelhafte Hierarchie, Bewertung von Spielern, schwieriges Umfeld), doch der Hauptgrund für die sportliche Schieflage liegt nicht an der Inkompetenz von Runjaic, sondern in erster Linie am unsäglichen Verletzungspech. Insbesondere der Ausfall von Kapitän Stefan Aigner ist überhaupt nicht zu kompensieren.

Runjaic kann beim TSV 1860 erst fair und seriös bewertet werden, wenn der Großteil der Verletzten zurückgekehrt ist. Derzeit hat der Löwen-Trainer aber mehr oder weniger den Kader zur Verfügung, der in der vergangenen Saison erst am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt geschafft hat. Deswegen sollte man auch bei 1860 erst über einen Trainer urteilen, wenn’s auch Sinn macht und die Arbeit Runjaic’ tatsächlcih messbar ist. Oder waren die Worte von Präsident Peter Cassalette, als er dem Verein im Sommer Kontinuität verschrieben hatte (“Wir wollen nicht wieder den Trainer dreimal wechseln”), nur Floskeln?