VON OLIVER GRISS UND ULI WAGNER (FOTO)

Nachdem Peter Cassalette bereits im großen, exklusiven Abschiedsinterview mit dieblaue24 deutlich gegen die internen Machtspielchen an der Grünwalder Straße gewettert hatte, legt der zurückgetretene 1860-Präsident jetzt in einem starken und vor allem aussagekräftigen “tz”-Interview nach. Cassalette spricht über:

den Sinneswandel von Vize Hans Sitzberger: “Vor zwei Wochen war Ismaik noch der große Hero von Herrn Sitzberger. Über ihn hat er gesagt: „Ohne Hasan wären wir längst pleite.“ Jetzt sagt Sitzberger: „Ismaik hat uns getäuscht.“ Ich weiß nicht, wie er darauf kommt. Hasan hat das Präsidium nie getäuscht. Vor ein paar Wochen meinte Sitzberger noch: Schuld an allem sind Markus Drees und Roman Beer. Ich weiß nicht, was für einer Gehirnwäsche man Herrn Sitzberger unterzogen hat, dass er auf einmal total in die andere Richtung geht.”

Ich weiß nicht, was für einer Gehirnwäsche man Herrn Sitzberger unterzogen hat, dass er auf einmal total in die andere Richtung geht.

das ständige Abtauchen von Vize Heinz Schmidt: “Er sagt am liebsten gar nichts. Dann kann man ihn hinterher nicht festnageln. So übersteht man auch – wie er – verschiedene Präsidenten. Er verhält sich eben immer so, wie es am besten passt.”

den Marionetten-Vorwurf: “Gottseidank bin ich keine Marionette. Ich bin unabhängig. Hasan ist nicht mein Arbeitgeber, er hat nicht mein Gehalt gezahlt. Der einzige Grund, warum ich von Anfang an den Schulterschluss mit ihm gesucht habe, war: Alle meine Vorgänger sind mit dem Gegenteil gescheitert. Sie haben sich gegen Ismaik gestellt, das hat nicht funktioniert. Ismaik hat in dieser Zeit nicht ausreichend investiert. In meiner Amtszeit hat er dagegen sehr viel investiert. Nun, wir sind trotzdem abgestiegen. Wir haben dabei alle Fehler gemacht. Der einzige aber, der Verantwortung übernommen hat für die Fehler, bin ich. Finden Sie das in Ordnung? Ich finde es nicht in Ordnung. Für mich war mein Rücktritt trotzdem konsequent. Mit dem Abstieg ist mein Weg mit Hasan gescheitert. Das ist unbestreitbar.”

Beleidigung & private Interessen: Müssen die Verwaltungsräte Drees, von Bennigsen und Ostermeier zurücktreten?

Umfrage endete am 22.06.2017 08:00 Uhr

Ja! Was da passiert, ist ein absolutes No-Go!
79%

Nein! Ich sehe da nichts Ehrenrühriges.
14%

Mir ist das alles egal.
7%

die Gründe für Ismaiks Nichterfüllung der Lizenzzahlung: “Das waren sicher solche Dinge wie die unsägliche Versammlung der Fußball-Abteilung. In meiner Amtszeit war das der Tiefpunkt von Sechzig. Vor 30, 40 krakelenden, teilweise einbestellten Mitgliedern wurden da populistische Aussagen gemacht und Hasan vorgeworfen, er zahle das der Abteilung zustehende Geld nicht. Das ist ein völliger Schmarrn.”

den Servicevertrag, aus dem angeblich noch 500.000 Euro offen sein sollen: “Das Geld ist immer bezahlt worden. Es gibt diesmal halt Uneinigkeit über die Höhe des Betrags. Darum dauert es etwas länger. Aber das machte auch mich mürbe, dass ich ständig solche Grabenkämpfe zu führen hatte.”

Beer hat erreicht, was er immer wollte

die Absichten von Abteilungsleiter Beer: “Der wird wahrscheinlich vor Freude schon seit einigen Tagen ums Lagerfeuer tanzen. Er hat erreicht, was er immer wollte: Alles ohne Hasan, zurück zu den Wurzeln, zurück ins Grünwalder Stadion. Wahrscheinlich wird Beer nun irgendwann versuchen, als Präsident zu kandidieren. Es gibt sicher jetzt einige Leute in den 1860-Gremien, die jetzt sagen: Super, jetzt sind wir da, wo wir hinwollten. Hasan reichte es eben, ständig aus dem eigenen Lager angeschossen zu werden.”

die Beleidigungen gegen Ismaik: “Auf der Homepage der „Freunde des Sechzger Stadions“ ist dieses Schmählied über Hasan erschienen. Doch der Vorstand Drees, der gleichzeitig Verwaltungsratschef ist, distanziert sich nicht davon und nimmt es nicht einmal von der Seite. Da hört es irgendwann einmal auf. Bei Ismaik ist dann eben das Fass übergelaufen. Er hat auch gesehen, dass sein Investment von 60, 65 Millionen bei diesen Vereinsstrukturen stark gefährdet war. Und jetzt hätte er noch einmal 20, 30 Millionen drauflegen sollen. Er hätte dem schlechten Geld noch gutes hinterwerfen sollen.”