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Verliert der Fußball seinen großen Kick?

Übermittelt von auf 21. Oktober 2012 – 19:03 17 Kommentare

VON OLIVER GRISS

April 1984, Gründonnerstag: Ein Tag, der mich bis heute nicht los lässt.1860 schießt die SpVgg Fürth mit 6:1 aus dem Grünwalder Stadion. Damals hat mich als 12-jähriger Bub nicht unbedingt der Aufstieg des jungen Wiggerl Kögl an der Seite von Jürgen Korus interessiert, sondern neben der furiosen Aufholjagd vor allem die gigantische Stimmung auf Giesings Höhen. Über 30.000 waren gekommen. Gänsehautstimmung pur. Besser als jeder Bravo-Starschnitt, wertvoller als jede Taschengeld-Erhöhung. Sechzig & Giesing – das war meine erste Liebe. Und die vergisst man bekanntlich nie. 1860 war schick trotz Bayernliga – dank seiner großartigen Fans.

Der Fußball lebte von den Emotionen. Nicht unbedingt von den Schlagzeilen, sondern von der Begeisterung, der Faszination in der Kurve. Vom Adrenalin. Vom Miteinander. Fremde Menschen fielen sich in die Arme, auf den Straßen in Giesing wurde gefeiert. Heute dagegen geht`s bei der Geldmaschine Fußball nur noch darum, wie man Fans erzieht und ihnen das Leben so schwer wie möglich macht. Freilich, Gewalt hat in und um dem Stadion nichts zu suchen.

Nun ist ein internes Papier der DFL aufgetaucht. Diesem sollen die Verein am 12. Dezember zustimmen. Es geht um Stadionverbote für Spruchbänder, Kollektionsstrafen für ganze Fanclubs und -kurven und um einen ominösen Verhaltenskodex. Das interne Dokument ist mit dem Titel "Sicheres Stadionerlebnis" bekannt. Das Papier ist in sechs Handlungsfelder unterteilt, der Kern betrifft jedoch einen Verhaltenskatalog, dem sich auch die Löwen-Fans unterwerfen sollen. Der 1860-Fanrat rät seiner Vereinsführung, das Schriftstück nicht zu unterschreiben. Die DFL plant einen finalen Schlag gegen die Fankultur – mit der Zustimmung der 1860-Bosse?

Leichtfertig wird von den DFL-Männern am Schreibtisch in Kauf genommen, dass der Fußball seinen Reiz verliert: Den Kick in der Kurve. 

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17 Kommentare »

  • Flo Schwarze sagt:

    Ich Hoffe & Wünsch mir das Sechzig Das nicht unterschreibt. Sechzig lebt nur durch seine Fans & Ich fänds beschissen wenn wir nich mal was zurück kriegen würdn & dieses Papier nicht stoppen könnten

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  • Giasing Celtic sagt:

    Ich glaub, dass die gute alte Zeit einfach rum ist … Die ganze Liga plus Nationalmannschaft ist ein einziger scheiss FC Bxxxx geworden

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    • Ajatollah sagt:

      Und die sind die einzigen,die sich an den Plakaten stören.Koa Neuer, 2000KM blah blah..
      VT aber kann mir vorstellen das die initiative von dennen aus geht.
      Ihren Publikum allein zu verbietten trauen die sich nicht.Das geschrei wäre nämlich gross bei den Melkkühen
      also nehmen die ,die ganze Liga in Sittenhaft.

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  • ppsechzig sagt:

    Ein Stadionbesuch soll kein “Erlebnis” werden.

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  • Nasenbär sagt:

    Es ist leider so, dass ein kleiner Teil vermeintlicher “Fans” es schafft, dass auch jeder “normale” Stadionbesucher wie ein Verbrecher angesehen wird.
    Wenn man sich anschaut, was gestern bei BVB vs Schalke abgelaufen ist, muss man sich nicht wundern, warum die DFL und auch die Politiker sich bemüßigt fühlen etwas dagegen zu tun.
    Es ist schlichtweg schade, aber solange ein paar Idioten den Fußball in Verruf bruingen, wird auch jeder “normale” Stadionbesucher mit den Konsequenzen zu leben haben.
    In einem gebe ich dir, Olli, recht: “damals” war’s im Stadion schöner. Man musste auch den brisanten Spielen mit Ausschreitungen rechnen.

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    • Nasenbär sagt:

      im letzten Satz fwehlt natrürlich ein nicht!

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      • imbongoOhO sagt:

        Und ich hab mich schon gewundert ;)

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      • Alexander Schlegel sagt:

        Und mich wunderts, dass es fehlt. Zumindest in meiner Erinnerung waren wir Löwen in den 70er- und 80er-Jahren extrem aggressiv und gefürchtet in allen Stadien. Da gings schon mitunter sehr rustikal zu. Da erscheint mir die heutige Kurve dagegen sehr zivilisiert.

        Zumindest die Älteren unter uns dürften das doch wohl bestätigen …

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      • der Seher sagt:

        Da musste man “nicht” mit Ausschreitungen rechnen?
        Sorry, aber dann kennst du die Zeit damals wohl nur aus Märchen. Damals gabs zur Begrüßung von den Auswärtsfans in ganz Deutschland erst mal einen Besuch in der Kurve der Heimfans und auch in der Halbzeit hat man sich gerne am Kiosk hinter den Tribünen getroffen. Vorm Stadion gabs vor und nach den Spielen immer ein gemeinsames “schöneuchzusehenfestmitgemeinsamenleibesertüchtigungen”. Freunde dieser Kultur wurden damals in der ach soooo friedlichen Zeit erst Krawallrowdys und später auf Neudeutsch Hooligans genannt.
        Ich hoffe das ich dir nun nicht dein rosiges Vergangenheitsbild desillusioniert habe ;)

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      • petermuc sagt:

        Leute, was erzählt Ihr denn hier für Märchen. Gegen das was früher ablief, sind die Kurven heute “Klostergärten”. Damals waren wir mit Zügen unterwegs und da hat es manchmal, schon auf dem Bahnsteig gescheppert, wenn der falsche Fanzug am anderen Gleis stand. Es waren andere Zeiten, ob diese besser waren, müssen andere beantworten; aber glaubt diesen Schwachsinn nicht, dass vor 30 Jahren der Fußball friedlich war. Als wir 1977 zum Entscheidungsspiel(gegen Bielefeld) nach Frankfurt kamen, wurden wir irgendwo in der Pampa, ohne Bahnsteige, aus den Zügen geholt und mit Pferdebegleitung zum Stadion gebracht. Das haben die nur gemacht, weil wir so brav waren(Ironiemodus aus).

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  • Joe Giasing sagt:

    Hammer Text! Das Gründwalder ist und bleibt die einzig wahre Heimat.

    Die größte Frechheit ist die Abschaffung der Meinungsfreiheit auf Spruchbändern.
    Aber der ganze Plan ist ein Witz! Fußballfans werden wie Schwerverbrecher behandelt. Was hat das angestrebte Ziel “sicheres Stadionerlebnis” mit der Beschneidung der Meinungsfreiheit zu tun?!

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  • Zio sagt:

    tja scheinbar geht es den alten Säcken beim DFB nur noch um die Kohle und nicht um FanKultur !
    Seit 2006 macht es kaum noch Spaß zum Fußball zu gehen inmitten von kleinen Mädels .
    Wenn es so weiter geht mit dem deutschen Fußball dann ist demnächst nur noch “Tennispublikum ” in Deutschlands Stadien erwünscht die dann wie in England zu All- Seater umgebaut werden !!! Was ist man noch gerne Anfang der 90er auf die Insel gefahren um tolle Atmosphäre zu erleben ! Und jetzt ? Kommen die Engländer zum hoppen nach Deutschland in die unteren Ligen um nochmal Stadionatmosphäre zu erleben ;-) Weil Fußball zu teuer und die Stimmung Scheiße geworden ist
    Deshalb sind wir doch mit LöwenFan weil wir mit dem GWS noch ein echtes Stadion und keine Schickhmicki Multifunktionsarena besitzen
    Fußball lebt von seinen Emotionen und Rivalitäten
    Also ja zu Stimmung , Pyro , Ultras
    ELIL

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    • Radi-60 sagt:

      ich les immer “fankultur”. das wort ist doch schon widerspruch in sich! oder nennst du das kultur, was sich in den fankurven abspielt? spieler anderer hautfarbe oder nationalität zu diskriminieren, fans mit fäkalausdrücken zu titulieren? sich als stadionbesucher mit kindern (die die nächste fangeneration sein sollte) anpöbeln zu lassen? nee, kultur ist anders………

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  • pch sagt:

    Auf gar keinen Fall unterschreiben!!
    Der Fußballfan, der seine Mannschaft bei jedem Spiel lautstark unterstützt und für sie alles gibt (in Verbandssprache: gewaltbereiter/-suchender Problemfan) wird zu gunsten des TV-Zuschauers mittlerweile so verarscht, dass wir eh nur noch einen Bruchteil von dem ausleben können, was uins ausmacht. Wenn dieser Verhaltenskodex umgesetzt wir, dann ist das das Ende der Fankultur!!
    Scheiß DFB/DFL!

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  • Ja Oliver, der Gründonnerstag 1984 im Grünwalder mit 6:1 gegen den Tabellenführer Fürth war ein wegweisendes Erlebnis für viele Blaue . Vor allen Dingen für unsere Generation (ich war 16 J.) zukunftsweisend…SECHZIG WAR und IST ETWAS BESONDERES. Anders als die Kommerz-Roten und das Zusammengehörigkeitsgefühl in diesem einzigartig traditionsreichen Stadion einzigartig. Auch ein Grund, warum wir weiter vehement für eine Rückkehr der Profis in ein bundesligataugliches Grünwalder kämpfen (westkurve60.de) und dies als Vereinsdelegierte und engagierte Mitglieder den Vereinsverantwortlichen bei jeder Gelegenheit unter die Nase reiben…neue Verhandlungen mit der Stadt um dort ein Stadionprojekt -gemeinsam mit der Stadt- zu realisieren . Und zwar so bald als möglich, denn jedes Jahr als Mieter der Roten in der Arroganz-Arena ist ein verlorenes Löwenjahr !
    Dafür brauchen wir jetzt jede Unterstützung und überall. am 28.11. auf der DV muss es endlich Klarheit für alle treuen Mitglieder geben. Was geht und was hat Verein und Investor vor ?
    Und auch wir sind dagegen, dass unsere Gf oder Verein das DFL-papier unterschreibt. WIR SIND SECHZIG und ohne die FANS DER KURVE ist der Fußball und die Stimmung, die wir so lieben , dahin. Hertha, Union und St. Pauli machen auch das Richtig und halten zu ihrem treuen Stammpublikum !

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    • petermuc sagt:

      Ich bin schon länger dabei als Ihr – aber so leid es mir tut, in der heutigen Zeit, wird es niemals ein 1. Liga Stadion, mit 30.000 Zuschauern, an der Grünwalder geben. Sowas ist nicht mal genehmigungsfähig. Wie gesagt, leider.

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