VON OLIVER GRISS UND ULI WAGNER (FOTO)

“Dass Hasan Ismaik auch in der Regionalliga weitermacht und sein Darlehen verlängert, damit hat im Verein keiner gerechnet. Es gab bei 1860 ursprünglich einen anderen Plan.” Sagte am Freitag ein ehemaliger Löwen-Funktionär zu dieblaue24.

Nachdem Ismaik einen Restruktierungsvertrag mit dem Verein unterschrieben hat, ist der Geschäftsmann aus Abu Dhabi abgetaucht. Keine Interviews, keine Einträge mehr auf Facebook. Eine Interview-Anfrage seitens dieblaue24 Mitte der Woche blockte sein Pressebüro ab. Angeblich will sich der 39-jährige Milliardär künftig nicht mehr ins operative Geschäft einmischen. Was das für 1860 zu bedeuten hat? Achselzucken an der Grünwalder Straße. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Löwen gerne den Münchner Unternehmer Gerhard Mey bei sich sehen würden. Am Freitag saß er auch in der Ehrenloge im Grünwalder Stadion und sah den 3:1-Sieg gegen Burghausen.

Unterdessen tobt im Löwen-Umfeld seit Wochen der Wahlkampf vor der Mitgliederversammlung am morgigen Sonntag in der Konzerthalle Zenith (10 Uhr, dieblaue24-Liveticker) - sogar die eigentlich schon vergessene Faninitative “Pro1860” mischt plötzlich wieder kräftig mit. Vor einigen Wochen veranstaltete die Gruppierung sogar ein Casting für die Verwaltungsräte im Wirtshaus “Gartenstadt” - besonders MAN-Betriebsratchef Saki Stimoniaris, der vor zwei Jahren als Präsident verhindert wurde, musste dabei gezielte Fragen über sich ergehen lassen. Und im “Wochenanzeiger”, dem Hausblatt des e.V. und seit ein paar Jahren auch Brustsponsor der von Robert Reisinger ins Leben gerufenen 3. Herrenmannschaft, waschen sich der Interims-Präsident und Verwaltungsrat Dr. Markus Drees in Interviews wenig überraschend die Hände rein. Reisinger will unbedingt Ober-Löwe bleiben, dazu braucht er die einfache Mehrheit.

1860 wählt: Werden Sie Robert Reisinger als Löwen-Präsident bestätigen?

Umfrage endete am 05.08.2017 17:00 Uhr

Nein! Reisinger ist nicht mein Präsident!
64%

Ich bin leider noch kein Mitglied - und darf nicht wählen.
18%

Ja, Reisinger ist die Löwen-Zukunft!
15%

Ich bin noch unsicher.
4%

Und was macht die ARGE? Eigentlich wollte der Dachverband der 1860-Fans zunächst keine Wahlempfehlung abgeben, jetzt haben Schnell, Kern & Co. es aber doch gemacht. Am Freitag verschickte die Organisation unter dem Titel “Quo Vadis, ARGE?” folgendenden Auruf:

40 Jahre ARGE, 40 Jahre, in denen wir alle Höhen und Tiefen miterlebt haben: Bayernliga, Qualifikation für die Champions League und dann den Abstieg in die 4. Liga. Der Löwen Blues hat keinen – oder zumindest nur ganz wenige – abgeschreckt. Unsere Vereinigung mit über 500 Fanclubs und fast 40.000 Mitgliedern erstreckt sich nicht nur in Bayern, sondern in Europa und sogar in Übersee. Das spricht für sich. Stehen wir jetzt am Scheideweg? Deswegen stellt sich jetzt umso mehr die Frage: Soll man sich in die Vereinspolitik einbringen oder soll man es nicht. Wie man es macht, macht man es falsch. Was uns schon immer eint, ist die bedingungslose Treue zum Verein, was wir schon immer schätzen, sind der Kampf der Mannschaft. Was jeder von uns möchte, ist der Zusammenhalt schwierigen Zeiten; „Wir wollen Euch kämpfen sehen“, das ist es, was der richtige Löwen Fan möchte. Dann kann man auch mal verlieren, aber niemals aufgeben. Hinfallen ist keine Schande, sofern man danach wieder aufsteht und weiterkämpft. Und jetzt stehen nicht nur die Vorstandschaft und die Regionssprecher, sondern auch unsere vielen 1000 Fans vor einer schwierigen Entscheidung.„Wir können Regionalliga“ Können wir das wirklich, und vor allem WOLLEN wir das wirklich? Zurück in die “alte Heimat“; es wird nie wieder so ein Flair geben wie zu Bayernliga- Zeiten, und die meisten von uns wollen das auch nicht. Mit der derzeitigen Vereinsführung wird es auf lange Sicht keine Entwicklung hin zum Profifußball geben. Hier haben leider NOCH „falsche“ Personen das Sagen. Und deswegen müssen wir uns auf unsere Wurzeln besinnen. Einmal Löwe immer Löwe, aber wir sind Fans des Vereins, NICHT eines Stadions.

Wir wollen mittelfristig Profifußball sehen in einem für unsere Verhältnisse angemessenen Stadion. Wir sind keine Träumer und Utopisten. Wir wollen SECHZIG da sehen, wo wir hingehören, in den bezahlten Fußball. Und wenn wir da sind, können wir für eine hoffentlich positive Zukunft Weichen stellen. Nur gemeinsam sind wir stark. Nur gemeinsam können wir es schaffen. Deshalb bitten wir Euch: Geht ALLE zur Mitgliederversammlung. Und stimmt dort RICHTIG ab; wir haben es in der Hand. Es gelten keine Entschuldigungen! Der Kanarienvogel von der Schwiegermutter kann seinen Geburtstag auch mal ohne uns feiern. Bitte auch KEINE Stimmenthaltungen! Wer jetzt den Arsch nicht hoch bringt, darf sich nicht wundern, wenn wir von der Landkarte des deutschen Fußballs verschwinden. Mit den jetzigen Verantwortlichen werden wir in der Versenkung verschwinden; und das Highlight ist dann das Derby gegen Großhadern II.

Wir brauchen in der Führungsriege Personen, die das mitbringen, was ehemalige Spieler wie Thomas Miller, Armin Störzenhofecker oder Roland Kneissl mitgebracht haben, nicht zu vergessen Peter Pacult und Daniel Borimirov sowie Micki Stevic und Manfred Wagner, um nur einige zu nennen. Das Herz auf dem rechten Fleck und den Löwen in der Brust, kämpft für die Löwen und steht hinter der ARGE. Pipinsried und Unterföhring dürfen dauerhaft nicht unser Ziel sein. Unsere Kandidaten für den Verwaltungsrat sind Athanasios Stimoniaris, Yahya Ismaik, Stephen Griffiths und Klaus Hagl.