VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

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Es kommen immer neue Vorwürfe ans Tageslicht - jetzt schreibt die “Sport-Bild”, dass der Vertrag zwischen 1860 und Geschäftsführer Oliver Mueller nicht mit dem 46-Jährigen selbst geschlossen sei, sondern mit einer Firma mit dem Namen “SCK GmbH” mit Sitz in Bergisch-Gladbach. Dort ist Mueller zwar Geschäftsführer, alleinige Gesellschafterin aber Claudia Müller (52).

Demnach hat Mueller für den Zeitraum Februar bis 30. Juni 2024 keinen Dienstvertrag mit der TSV 1860 Geschäftsführungs GmbH, in der der e.V. das Zepter schwingt. Als Vergütung erhält SCK 8.000 Euro pro Monat zuzüglich Mehrwehrtsteuer sowie im Juli eine Einmalzahlung von 22.018,13 Euro. Außerdem stehen Mueller laut “Sport Bild” zwei VIP-Tickets pro 1860-Heimspiel sowie zwei Sitzplatzkarten für jedes Auswärtsspiel zu. Zudem bekommt Mueller von den Löwen ein Hotel-Doppelzimmer, Dienstwagen und ein Handy.

Für die Investorenseite ist dies anscheinend zuviel der Provokation. Bei DFB und DFL liegt eine Anzeige wegen eines möglichen Verstoßes gegen die 50+1-Regel vor, aber nicht vom Mutterverein gegen Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik, sondern von den Statthaltern gegen den e.V.

In der Anzeige steht: “Die Sorge ist nun, dass durch den Umstand, dass das Weisungsrecht von Frau Müller das alleinige Gesellschafterin der SCK GmbH gegenüber Herrn Mueller in Konflikt steht mit der für die Einhaltung der 50+1-Regel essentiellen alleinigen Weisungsbefugnis des Muttervereins gegenüber dem Geschäftsführer.

Laut “Sport Bild” wird durch eine Ergänzungsvereinbarung zwischen 1860 und SCK GmbH das Weisungsrecht für die Laufzeit des Übernahmevertrags “unwiderruflich” auf den 1860 e.V. als Alleingesellschafter der 1860 GmbH übertragen. Dabei verpflichtet sich Mueller, “ausschließlich und allein” Weisungen der 1860 GmbH auszuführen. Laut dem Blatt soll die Vereinbarung fehlerhaft sein, da das Weisungsrecht nicht der SCK GmbH zustehe. Sondern deren Gesellschafterversammlung - also Claudia Müller.

Die Geschäftsführer-Verträge wurden an Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik vorbei unterschrieben - mit 50+1.

Nach db24-Informationen soll es bei einem anderen neu geschlossenen Vertrag ebenfalls zu großen Irritationen kommen.