VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Heute kommt es zum Stadion-Gipfel zwischen der Stadt München, dem Architekturbüro Speer und den Vertretern der Vereine 1860, Bayern und Türkgücü (db24 berichtete)…

Dieser Termin steht schon seit längerer Zeit, dennoch werden in diesem virtuellen Meeting noch einmal die Bedürfnisse der Klubs abgeklappert.

Der TSV 1860 fühlt sich wohl auf Giesings Höhen, auch um die eigene Identität zu schärfen. Es wird an der Grünwalder Straße auch darüber gesprochen, dass eine gewisse Knappheit förderlich für die Markenentwicklung sei - was natürlich im Profifußball Nonsens ist. Es geht um Geld. Viel Geld.

Auch die “tz” befasst sich heute mit dem Treffen und schreibt: “Die Besprechung findet im Vorgriff einer möglichen Stadtratsentscheidung über den Profifußball tauglichen Umbau der Kultstätte auf Giesings Höhen statt. So wie es aussieht, werden sich die zuständigen Gremien im Mai oder spätestens Juni mit der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung befassen. Eine Modernisierung inklusive Überdachung und Erhöhung der Kapazität von aktuell 15.000 auf 18.105 Zuschauer ist prinzipiell möglich. Doch die Frage ist, ob die politischen Entscheidungsträger der Stadt in Corona-Zeiten die Finanzmittel für einen Umbau freigeben. Je nach Ausbauvariante werden die Kosten auf eine Summe zwischen 30 und 60 Millionen Euro beziffert.” Was sich mit den db24-Informationen aus dem Rathaus zu 100 Prozent deckt.

Mehr als 18.105 Fans wird es nie mehr auf Giesings Höhen geben – wegen des Schallschutzes und fehlender Stellplätze.

Die Politik ist nun in einer Zwickmühle: Einerseits hat sie mit dem Verein besprochen, den Umbau anzutreiben, andererseits würde das Bauprojekt Unsummen von Geldern verschlucken - und 1860 wäre nicht wirklich geholfen. Zudem belastet die Corona-Krise den Stadtsäckel enorm.

Zuletzt ist Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) als Verwaltungsrätin beim TSV 1860 zurückgetreten - ob’s einen Zusammenhang mit der nervtötenden Stadionfrage gibt?

Was denken Sie: Wird das Grünwalder Stadion noch im großen Stile umgebaut?

Umfrage endet am 21.04.2021 10:00 Uhr

Wichtig wäre auch, wie bei einem theoretischen Umbau der Mietvertrag mit der Stadt München aussehen würde. Aktuell zahlt 1860 den Corona-Rabatt von 2500 Euro pro Spiel. Läuft der Spielbetrieb wieder normal, muss der Drittligist 8,5 Prozent von den Stadion-Einnahmen abgeben.

Im Rathaus heißt es, dass die Mietkonditionen dann natürlich auch steigen würden. Und genau dieses Thema muss 1860-Geschäftsführer Marc Pfeifer angehen, bevor er sich auf irgendwelche Deals einlässt - so wie beispielsweise seinerzeit Markus Fauser beim 500.000 Euro-Vertrag bezüglich der MVV-Nutzung nach dem Zwangsabstieg 2017. Der Aufsichtsrat des TSV 1860 muss hier ganz genau in die Unterlagen schauen.

db24 meint: 1860 braucht endlich Klarheit!