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Oliver Griss – Redaktionsleitung

Schon als Sechsjähriger kaufte der heute 40-Jährige lieber die Münchner Boulevard-Zeitungen, um die Löwen-Artikel in sein 1860-Album zu kleben, anstatt Schokolade am Kiosk. In dieser Zeit war auch sein inzwischen verstorbener Großonkel Franz Hammerl (spielte von 1940 bis 1952 für die Löwen, ein Länderspiel) einer derjenigen, die Grissʻ blaue Leidenschaft angetrieben haben. Griss, der es in seiner aktiven Zeit beim ESV Freilassing selbst bis zur Landesliga schaffte, hat fast alle Höhen und Tiefen der Löwen hautnah miterlebt: Den Zwangsabstieg in die Bayernliga 1982, die Aufstiege 1991, 1993 und 1994 – in Meppen war Griss sogar bei der exklusiven Kabinen-Aufstiegsfete dabei, als Niels Schlotterbeck genüsslich Zigarre rauchte und Andi Hartig auf dem Trikotkoffer trommelte.
Im März 1999 ging Grissʻ großer Traum schließlich in Erfüllung: Vom Trostberger Tagblatt (Landkreis Traunstein) wechselte er als Löwen-Reporter zur Abendzeitung – zwölf Jahre lang berichtete er aus nächster Nähe jeden Tag über den TSV 1860. Selbst als ihn sein damaliger Redaktionsleiter in den Bereich FC Bayern abziehen wollte, stand es für Griss nicht zur Debatte, dem zweitklassigen Klub als Reporter untreu zu werden. In der AZ-Zeit entwickelte Griss auch ein große Freundschaft zu Löwen-Idol Petar Radenkovic („Bin i Radi, bin i König“). Griss über den Giesinger Traditionsklub: „Sechzig ist wie das richtige Leben. Mal bist du oben, mal unten. Der Klub fasziniert so, dass du ihm nie fremdgehen würdest.“

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