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Reuters neue Rolle: Er verkauft jetzt Rasen

Übermittelt von auf 17. November 2011 – 19:52 4 Kommentare

Schaut her, das ist unser Rasen! Stefan Reuter mit seinem Partner Stefan Schuster von der Agentur "mm sports". Foto: GRISS

Der ehemalige Sportdirektor des TSV 1860 arbeitet für die Münchner Agentur “mm sports” – und blickt auf seine Löwen-Zeit zurück: “Das Problem bei 1860 ist, dass man nach ein paar Siegen einfach zu schnell anfängt zu träumen”

VON OLIVER GRISS

Zuletzt wurde Stefan Reuter (45) sogar als Sportdirektor beim Zweitliga-Letzten FC Ingolstadt gehandelt – doch der ehemalige Manager des TSV 1860 hat ein anderes Betätigungsfeld gefunden: Der Weltmeister von 1990 verkauft für die Münchner Agentur “mm sports” Rasenplätze. Vor allem wirbt er für sein neues Modell: Ein Naturrasen von “Desso GrassMaster”, verstärkt mit Kunstrasenfasern. “Dieses Produkt wird sich in Deutschland durchsetzen“, versichert Reuter, “wenn wir in fünf Jahren die halbe Bundesliga versorgt haben, dann bin ich zufrieden.“ Der Rasen sei hervorragend, scheinbar unzerstörbar und extrem widerstandsfähig.
“Rasenflüsterer“ Reuter, der in seiner aktiven Zeit als Spieler nahezu alles gewann (Weltmeister 1990, Europameister 1996, Weltpokalsieger 1997, Champions League-Sieger 1997, fünfmal Deutscher Meister), gibt den perfekten Verkäufer: Smart, freundlich und nicht aufdringlich. Dem VfL Wolfsburg hat Reuter im Sommer bereits einen Hightech-Rasen (Kosten 270.000 Euro, Einbauzeit rund zwei Wochen) verkauft: “Das ist unser Pilot-Projekt auf dem deutschen Markt“, sagt der 45-Jährige, “die anderen Klubs sind in Lauerstellung. Viele Vereine blicken jetzt nach Wolfsburg und sind gespannt, wie der Rasen sich mit dem Winter verträgt.” Auch beim FC Bayern will Reuter demnächst vorsprechen und seinen Rasen für die Arena und das Trainingsgelände an der Säbener Straße anbieten. “Dieser Job bereitet mir sehr viel Spaß“, sagt der frühere 1860-Sportdirektor. Er will aber nicht ausschließen, trotz der Begeisterung für Spielflächen demnächst wieder im Bundesliga- Karussell aufzutauchen. “Das ist für mich immer noch interessant“, sagt er, “aber ich habe keine Eile.“
Die Löwen verfolgt er selbstverständlich noch heute sehr intensiv: “Leider ist es so”, sagt Reuter, “dass der TSV 1860 im Niemandsland der Zweiten Liga ist. Aber was anderes konnte man auch nicht erwarten. Das Problem bei 1860 ist, dass man nach ein paar Siegen einfach zu schnell anfängt zu träumen.”
Dass Reuter im Frühjahr 2009 seinem ehemaligen Teamkollegen in Dortmund, Miki Stevic, weichen musste, versteht er bis heute nicht: “Wir befanden uns auf einem sensationellen Weg – und der war alternativlos. Man muss nur die Spieler anschauen, die wir damals hatten, wo die jetzt spielen. Die Benders, Johnson, Gebhart, Tschauner, Mlapa oder auch Schäfer. Unsere Philosophie war auf den eigenen Nachwuchs zu setzen.”

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