VON OLIVER GRISS

Der Höhepunkt der Geschmacklosigkeit auf Kosten des TSV 1860 war gestern die Sendung “Blickpunkt Sport”: In einem als Satire gedachten Filmchen wurde Investor Hasan Ismaik in einem Bauerntheater als pöbelnder Scheich dargestellt - die Stimmen wurden von der legendären Pressekonferenz vom vergangenen Dienstag unterspielt.

Schon vor dem Beitrag hatte BR-Moderator Markus Othmer versucht, den ehemaligen Löwen-Trainer Reiner Maurer gegen Ismaik aus der Reserve zu locken - doch der Aufstiegsheld von 1994 blieb als Studiogast souverän und cool. Angesprochen auf die Medienlandschaft sagte der ehemalige Abwehrspieler: “In München ist es allgemein sehr schwierig, auch in der Konstellation mit dem Investor, der natürlich ganz andere Vorstellungen hat. Ich habe das auch in Griechenland erlebt, dass der Eigentümer oder Hauptgeldgeber gewürdigt und entsprechend hofiert werden will und die Entscheidungen fällt. Das ist in Deutschland anders - da muss er auch mit der ein oder anderen Kritik leben. Ich glaube aber, dass ein Medienboykott den Verein nicht nach vorne bringt.”

Er selbst habe Ismaik in seiner Zeit bei 1860 als “sehr umgänglichen” Menschen kennengelernt. “Es ist normal”, sagt Maurer, “dass sich Ismaik von seinem Investment etwas anderes vorstellt. Dass er dann auch mal anders durchgreift, ist für uns eher unverständlich. Aber man darf nicht vergessen, dass Ismaik den Verein gerettet hat. Der Verein hätte das ohne ihn 2011 nicht überlebt und Ismaik hat dieses Jahr richtig Geld reingesteckt. Was im Sommer mit den Neuverpflichtungen gemacht wurde, war eine richtige Hauruckaktion. Man muss da weiter darauf aufbauen - und nicht, weil es nicht gleich gelaufen ist mit der nächsten Hauruckaktion anfängt.”

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