VON OLIVER GRISS

Herr Lorant, Sie werden heute 68: Wie fit sind Sie noch?

WERNER LORANT: Ich bin noch ein junger Bursche. Nur in meinem Pass steht, dass ich schon 68 bin. Ich kann den jungen Leuten schon noch Dampf machen, das habe ich bei meinen sieben Spielen mit dem TSV Waging auch bewiesen. Auf den großen Fußball habe ich schon lange keine Lust mehr.

Feiern Sie Ihren Ehrentag in geselliger Runde?

Nein, die Christl Estermann hat uns Karten für meinen Verein besorgt - ich gehe heute mit meinem Freund Andi Barmbichler in die Allianz Arena: Wenn Sie so wollen, dann ist 1860 meine Feier - und wehe, die Löwen gewinnen nicht gegen Kaiserslautern. Was ich übrigens sehr traurig finde, ist die Tatsache, dass ich immer noch um Karten betteln muss. Das gehört sich nicht und kann ich nicht begreifen. Wenn ich 1860 zu teuer bin, dann sollen sie mich als Ehrenmitglied streichen.

Wenn ich 1860 zu teuer bin, dann sollen sie mich als Ehrenmitglied streichen.

Heute gegen Lautern (20.15 Uhr, dieblaue24-Liveticker) geht’s auch um den Job von Kosta Runjaic…

Ich habe persönlich nix gegen ihn - aber ich frage mich: Wer hat den ausgesucht? 1860 braucht einen Trainer, der weiß, wie 1860 tickt und was es heißt, einen Verein wie 1860 trainieren zu dürfen. Das ist eine Lebensaufgabe und nicht nur ein Job.

Welchen Trainer hätten Sie 1860 denn empfohlen?

Es gibt genug Trainer, die zu 1860 passen. Jens Keller beispielsweise ist einer, der wie die Faust aufs Auge zu unserem Verein gepasst hätte - aber den hat im Klub keiner beachtet. Jetzt steht er mit Union Berlin vor 1860. Auch Uwe Wolf (Wacker Burghausen, d. Red.) versteht den Verein. Es gibt genug gute Trainer, die mit dem Fahrrad nach München kommen würden, um bei 1860 zu arbeiten. Es kann wirklich nicht sein, dass man im November schon wieder sich über einen neuen Trainer Gedanken machen muss. Es ist nur noch traurig.