VON OLIVER GRISS UND ULI WAGNER (FOTO)

Nein, man kann nicht sagen, dass der Wechsel von Sebastian Boenisch zum TSV 1860 bislang den Stempel “besonders wertvoll” verdient hätte. Anfang Oktober wurde der ehemalige Nationalspieler Polens als vereinsloser Kicker verpflichtet, um sofort zu helfen - doch seitdem war der 29-Jährige fast durchgehend verletzt. Am Freitag trainierte Boenisch, der weiterhin große Defizite aufweist, das erste Mal seit seinem Kurzeinsatz beim desaströsen 2:3 in Sandhausen wieder mi der Mannschaft. “Gegen Ingolstadt hätte er noch nicht spielen können, das wäre zu riskant gewesen”, meinte Trainer Kosta Runjaic: “Es ist geplant, dass er nächste Woche das Mannschaftstraining komplett dabei ist - und wenn’s gut läuft auch gegen Lautern.”

Gegenüber “spox.com” äußerte sich Boenisch jetzt darüber, warum er zu 1860 wechselte und nicht zu einem anderen Verein: “Ich will keinem anderen Klub zu nahe treten. Aber bei Sechzig habe ich sofort gemerkt: Die wollen Dich, die bemühen sich um Dich. Diese Wertschätzung ist für einen Spieler das Wichtigste. Die Gespräche mit dem Trainer und dem Sportdirektor waren sehr positiv. Und meine Frau kommt aus Wien, was ja auch nicht so weit weg ist. Das Gesamtpaket hat mich überzeugt. Man muss ja nur einmal schauen, was alleine in den letzten Monaten hier passiert ist.” Beeindruckt ist Boenisch, der immer noch auf seinen ersten Start-Einsatz bei Münchens großer Liebe wartet, von dem Umbruch an der Grünwalder Straße. “Wir haben zwei sehr gute, neue Trainingsplätze und bekommen noch einen neuen Fitnessraum. Man spürt, dass hier etwas wächst”, erklärte Boenisch und schob nach: “Ich wollte ein Teil davon sein, den Verein nach vorne bringen und mit meiner Erfahrung den jungen Spielern helfen. Die Stadt ist sowieso super. München ist Lebensqualität pur. Vor allem ging es aber darum, wieder Fußball zu spielen, weil ich da absolut geil drauf war und bin.”