VON OLIVER GRISS UND PHILIPPE RUIZ (FOTO)

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Als Kosta Runjaic die Freitagseinheit auf dem neuen Teppich an der Grünwalder Straße beendete, schnappte sich Michael Liendl (31) noch ein paar Bälle, um im Häßler-Style Freistöße zu üben. Zwar ist der Österreicher mit sechs Saisontreffern der derzeit beste Torschütze des TSV 1860, doch ein Freistoßtreffer, was seine eigentliche Spezialität ist, ist Liendl in dieser Runde noch nicht gelungen. Ob’s nun gegen seinen Lieblingsklub Sandhausen (Sonntag, 13.30 Uhr, dieblaue24-Liveticker) klappt? In fünf Spielen gegen Sandhausen hat Michael Liendl viermal getroffen - so oft wie gegen keinen anderen Verein. “Man könnte ja meinen, Liendl und ich könnten das Spiel allein gewinnen, wenn man sich die Statistiken anschaut”, scherzte Trainer Runjaic, der noch nie gegen Sandhausen als Verlierer vom Platz gegangen ist.

Zu den Gewinnern der letzten Tage zählen beide: Runjaic, weil er seine Kritiker mit zwei Siegen in Folge gestraft - und Liendl, weil er beim 6:2-Schützenfest zweimal getroffen und ein weiteres Tor herrlich vorbereitet hat. Man kann davon ausgehen, dass der Mittelfeldspieler (41 Einsätze für 1860, 10 Tore, 9 Vorlagen) auch in Sandhausen wieder zum Stammpersonal zählt.

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Dass zuletzt dicke Luft zwischen ihm und dem Trainer herrschte und er nach seiner Auswechslung gegen Fortuna Düsseldorf (1:3) zweimal nicht für den Kader berücksichtigt wurde, begründete Liendl gegenüber dieblaue24 so: “Ich bin ein Spieler, der einfach gerne 90 Minuten spielt und ungern ausgewechselt wird. Bei mir sind immer viele Emotionen im Spiel. Ich muss lernen, mich ein wenig zurückzunehmen. Es zählt die Mannschaft und nicht ich alleine.”

Eine Aussage, die Liendl zum einen sehr ehrt und zeigt, dass er sich Kritik zu Herzen nimmt. Spieler und Trainer haben sich ausgesprochen, wie kam’s zur Annäherung? “Wir hatten vor dem Aue-Spiel ein gutes, konstruktives Gespräch”, berichtet Liendl: “Wir haben beide unsere Standpunkte ausgetauscht. Ich bin ein Mensch, der auch mit Kritik umgehen kann. Mir ist es lieber, wenn man mir es ins Gesicht sagt.”