VON OLIVER GRISS UND BERND FEIL (MIS-FOTO)

Robert Reisinger will am 2. Juli auf der Mitgliederversammlung in der Konzerthalle Zenith Präsident des TSV 1860 werden. Am Samstag besuchte der 54-Jährige den Fanclub Glonner Löwen und gab gegenüber dem “Bayerischen Fernsehen” einen Einblick in seine Pläne mit dem Deutschen Meister von 1966. Der ehemalige Verwaltungsrat, der den Kurs der letzten Jahre mitgetragen hat, über:

die sportliche Ausrichtung nach 24 Jahren am Stück Profifußball: “Was Sechzig kann und was wir in der Vergangenheit bewiesen haben, ist, dass wir Regionalliga können. Wenn wir auf die letzten fünf bis zehn Jahre zurückblicken, sind wir in der Regionalliga immer unter den ersten Fünf gewesen. Wir waren nie in Abstiegssorgen, sondern haben oben rangeschnuppert. Vor vier Jahren waren wir gegen Elversberg sogar in der Aufstiegsrunde zur Dritten Liga. Was 1860 kann und das liegt am Nachwuchsleistungszentrum, dann kann ich nur eines sagen: Regionalliga können wir.”

die Angst vor der Insolvenz: “Wir wollen vermeiden, einen Insolvenzantrag stellen zu müssen und das aus dem einfachen Grund: Es gibt so viele Unwägbarkeiten, auch im Zusammenhang mit dem e.V. Zum Beispiel unsere Gemeinnützigkeit. Wir können nicht einfach sagen, wir ziehen das jetzt stringent durch. Das Leben kann keiner steuern, was danach passiert. Ich hoffe, dass wir die Insolvenz vermeiden und einen partnerschaftlichen Weg mit unserem Investor finden können: Dann ist die Insolvenz kein Thema.”

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die wirtschaftliche Konsolidierung: “Wir müssen zunächst wissen, was die KGaA für Altverbindlichkeiten aus dieser Zweitliga-Saison hat. Erst dann kann man einen Budgetplan für die nächsten zwei Jahre Regionalliga aufstellen. Realistisch planen kannst du nur mit Regionalliga. Das sind die Hausaufgaben, die unser Geschäftsführer Fauser gerade macht. Ich stehe dafür, dass wir einen ausgeglichenen Haushalt ohne Investorenleistung hinbekommen. Wie schnell das bewerktstelligt werden kann, hängt auch davon ab, was wir für Zahlen bekommen. Zukünftig sollten wir uns aber schon so ausrichten, dass wir das ohne großartige Zuwendungen eines Investors machen. Allerdings ist ein Investor per se nichts Schlechtes, wenn man ein gemeinsames Ziel hat und irgendwann mal erdet. Der erste Step ist Dritte Liga, der zweite Step ist Zweite Liga und das weiter aufbaut - dann kann man auch mit einem Investor arbeiten. Es wird nicht ohne einen Investor gehen - egal in welcher Form. Wir wollen vernünftig haushalten. Man hat gesprochen von Multiplikatoren. Da sehe ich auch die Unternehmer für Sechzig oder die Bayerische, um finanziell stabil zu sein. Wenn wir einen Top-Mann im Auge haben, der eine halbe Million kostet - dann schließe ich eine Investition eines Investors, wie immer der auch heißt, nicht aus. Aber nicht einen Brasilianer für 20 Millionen…”

Es kann nicht sein, dass einer bestimmt und anschafft. Ich stehe zu 50+1, gerne auch mit Hasan Ismaik

den Weg mit dem Investor: “Hasan Ismaik ist ja nicht wegzuleugnen. Wir können ihn ja nicht ausblenden. Er ist Mehrheitsgesellschafter in der KGaA. Wir räumen gerade in der Geschäftsstelle auf und schauen, wo wir finanziell stehen - und schauen dann, welche finanzielle Mittel wir brauchen. Und dann wird man auch ein Gespräch mit Hasan Ismaik nicht nur suchen, sondern auch fordern. Wir werden die Zusammenarbeit mit ihm suchen. Wie es in der Vergangenheit war, sehe ich eine Partnerschaft allerdings nicht. Ich definiere eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Wir sind ein Verein, der mittlerweile 157 Jahre alt ist, davon jetzt sechs Jahre mit einem Investor. Ich stehe für einen starken, selbstbewussten eV., der die Partnerschaft mit Hasan Ismaik suchen wird. Es kann nicht sein, dass einer bestimmt und anschafft. Ich stehe zu 50+1, gerne auch mit Ismaik, aber nicht auf Konfrontation, sondern miteinander, damit wir das Schiff wieder in ruhige Gewässer bringen.”

PS: Das Zitat “Meister Ismaik, Du kannst schon noch tanzen, aber nach der Melodie, die der Verein vorgibt”, wurde auf BR-Online jetzt im nachhinein geändert. Absender soll nicht Robert Reisinger, sondern Fanclub-Vorstand Klaus Kämpf gewesen sein.
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